Pflege-Workshops: fokussiert und interdisziplinär

Das thematische Spektrum der Workshops für Pflege- und Gesundheitsfachberufe ist breit, der Fokus liegt auf praxisnahen Inhalten. Dauer: je 120 Minuten (wenn nicht anders angegeben). Alle Workshops sind in Verbindung mit einer Kongressanmeldung über das Anmeldeportal buchbar und zusätzlich kostenpflichtig.

27.11.2019 | 13:00–15:00 Uhr 

PWS 301 Zuversicht und Hoffnung als Grundhaltung im psychiatrischen Akutsetting

Vorsitz: Gianfranco Zuaboni, Janine Berg-Peer, Henriette Peer 

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Abstract: Für Menschen in Krisensituationen bieten psychiatrische Aufnahmestationen niederschwellige und hilfreiche Dienstleistungen und sind innerhalb des gesamten psychiatrischen Angebots nach wie vor von zentraler Bedeutung. Die darin tätigen Fachpersonen verfügen über Wissen und Erfahrungen in der Begleitung von Menschen in akuten psychiatrischen Krisensituationen und stellen eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung sicher. Die therapeutischen Beziehungen zwischen den Patienten und den Fachpersonen sind in diesen Settings intensiv aber auch zeitlich begrenzt und finden meistens in einer relativ unruhigen Umgebung statt. Das hektische Milieu steht oftmals im Widerspruch zu den Bedürfnissen der Patienten in akuten Krisen. Ansprechender wäre vielfach eine ruhige Atmosphäre mit passenden Rückzugsmöglichkeiten. Zuversicht, Hoffnung und Optimismus sind für Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen zentrale Elemente auf dem Weg der Genesung. Diese Wege erstrecken sich meist über viele Jahre und können durch zahlreiche Faktoren unterstützt aber auch behindert werden (Schulz & Zuaboni, 2014). Obwohl psychiatrische Aufnahmestationen im Verlaufe eines Recovery-Weges nur für kurze Phasen Unterstützung anbieten, prägen sie den Prozess wesentlich: In einem positiven Sinne, können sie den Recovery-Prozess einer betroffenen Person aktiv unterstützen. Das gelingt dann am Besten wenn auf der Aufnahmestation eine Kultur der Zuversicht und des Optimismus vorherrscht und die Fachpersonen von den Möglichkeiten der Patienten zu genesen überzeugt sind. Aber genau das scheint im hektischen Alltag der psychiatrischen Aufnahmestationen eine grosse Herausforderung zu sein. Vergleiche zu rehabilitativen, ambulanten Settings haben gezeigt, dass Mitarbeitende in akuten Settings geringere Erwartungen an die Möglichkeiten der Patientinnen und Patienten haben, sich eher skeptisch bis pessimistisch zeigen, was sich wiederum negativ auf die Gestaltung der therapeutischen Beziehungen auswirken kann (Hansson, Jormfeldt, Svedberg, & Svensson, 2013; Martensson, Jacobsson, & Engstrom, 2014; Tsai & Salyers, 2010).

Fachpersonen auf psychiatrischen Aufnahmestationen müssen über eine zuversichtliche und optimistische Grundhaltung verfügen, um den Recovery-Prozess von Patientinnen und Patienten hilfreich zu unterstützen. In einem hektischen und auf medizinische und psychopatholgische Defizite fokusiertem Arbeitsumfeld, kann eine entsprechende Arbeitseinstellung schnell unter Druck geraten. Der Workshop bietet die Möglichkeit sich mit der Thematik auseinanderzusetzten. Thema Recovery-orientierte Intervention Ziele • Thematische Auseinandersetzung • Vorgehen zur Entwicklung und Etablierung einer zuversichtlichen Arbeitseinstellung und Arbeitsweise Ablauf Mittels Referate erfolgt eine Einführung aus unterschiedlichen Perspektiven (Betroffene, Angehörige und Fachperson) ins Thema. Danach werden die Teilnehmenden eingeladen eigene Erfahrungen und Positionen im Plenum auszutauschen. Gemeinsam wird eine Strategie entwickelt, um in den jeweiligen Arbeitssettings eine entsprechende Grundhaltung zu entwickeln und / oder sicherzustellen. 

Didaktische Methoden: Die theoretischen Inhalte werden anhand eines Inputreferats vermittelt. Die in der Diskussionsrunde gewonnenen Erkenntnisse der Teilnehmenden werden auf Flipchart visualisiert. Lernziele: Zusammenhang zwischen einer zuversichtlichen Grundhaltung und der Förderung des Recovery-Prozesses erkennen • Sich aus verschiedenen Perspektiven mit der Bedeutung von Zuversicht und Hoffnung auseinandersetzen • Reflektion der eigenen Arbeitsweise, respektive der eigenen Grundhaltung • Praktische Strategien für den Transfer in die eigene Praxis entwickeln

Zielgruppe: Pflegefachpersonen, psychiatrisches Fachpersonal, Erfahrene, Angehörige, Interessenten

Literatur: Hansson, L., Jormfeldt, H., Svedberg, P., & Svensson, B. (2013). Mental health professionals' attitudes towards people with mental illness: do they differ from attitudes held by people with mental illness? International Journal of Social Psychiatry, 59(1), 48-54. doi:10.1177/0020764011423176 Martensson, G., Jacobsson, J. W., & Engstrom, M. (2014). Mental health nursing staff's attitudes towards mental illness: an analysis of related factors. Journal of Psychiatric and Mental Health Nursing. doi:10.1111/jpm.12145 Schulz, M., & Zuaboni, G. (Eds.). (2014). Die Hoffnung trägt: Balance Verlag. Tsai, J., & Salyers, M. P. (2010). Recovery orientation in hospital and community settings. Journal of Behavioral Health Services and Research, 37(3), 385-399. doi:10.1007/s11414-008-9158-7

PWS 302 Pflege und Sprache – babylonische Sprachverwirrung

Vorsitz: Susanne Schoppmann, Elke Prestin, André Nienaber 

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Abstract:  In der psychiatrischen Pflege wird davon ausgegangen, dass die Beziehung zu den Patientinnen und Patienten von zentraler Bedeutung ist. In der Gestaltung dieser Beziehung wiederum ist die Kommunikation, sowohl nonverbal wie verbal, das zentrale Medium. Allerdings haben wir es in der Pflege nicht nur mit Patientinnen/Patienten und deren Nächsten zu tun, sondern auch mit anderen Fachpersonen, mit Kostenträgern und gelegentlich auch mit der breiten Öffentlichkeit. Und schliesslich gilt eine eigene, spezifische Fachsprache auch als Kennzeichen einer sich zunehmend professionalisierenden, heterogenen Berufsgruppe wie die der Pflegenden. Problemstellung Um dem Anspruch an eine „gelingende Kommunikation“ mit den unterschiedlichsten Kommunikationspartnerinnen/partnern gerecht zu werden, müssen Pflegende viele adressatengerechte Sprachen (und hier sind nicht Fremdsprachen gemeint) sprechen. Dazu gehört die Entscheidung, was genau eine adressatengerechte Sprache ist. So empfiehlt z. B. Barker mit den Patientinnen und Patienten in deren Alltagssprache und Wortwahl zu sprechen. Für die Pflegedokumentation aber ist dies sicherlich nicht die geeignete Sprache. Dieser Herausforderung an die unterschiedlichen Ebenen und Aspekte von Sprache wird in dem Workshop nachgegangen. Methode Nach einer Einführung in das Thema „Sprache“ werden anhand von Beispielen aus der Praxis die unterschiedlichen Aspekte und Wirkungen unterschiedlicher Sprachen auf den Kommunikationspartner diskutiert und erörtert. Beispiele werden sowohl von WS-Leitung mitgebracht, sind aber auch von Teilnehmenden erwünscht. Zielsetzung Die Teilnehmenden können unterschiedliche adressatengerechte Sprachen benennen und sind sensibilisiert für die Wirkung von Sprache. Sie verstehen die Übersetzung als Aufgabe in ihrer beruflichen Praxis.

PWS 303 Soziale Interaktion – die Skills der DBT und deren Umsetzung in der Ergotherapie

Vorsitz: Maik Voelzke-Neuhaus 

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Workshop insbesondere für Gesundheitsfachberufe

Abstract: Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) wurde von Prof. Marsha Linehan in den 80er Jahren zur Behandlung von Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) entwickelt. Dabei handelt es sich um eine Therapiemethode voller Herzlichkeit, Wohlwollen und Mitgefühl bei gleichzeitig hoher Strukturiertheit, Konfrontation und gelegentlicher Provokation. Ziel in der DBT ist das zunehmende Blockieren dysfunktionaler Verhaltensweisen wie z.B. Suizidversuche oder schweres selbstverletzendes Verhalten bei gleichzeitigem Aufbau funktionaler Verhaltensweisen wie z.B. der Einsatz von Fertigkeiten zur Spannungsregulation oder von Fertigkeiten zur Emotionsregulation. Im Zentrum der Borderline Erkrankung steht die Störung der Emotionsregulation. Diese beeinflusst unter anderem auch das Sozialverhalten, sowohl im Beruflichem als auch im Privatem Kontext der Patienten erheblich. Die DBT bietet hier, nicht nur für Menschen mit einer Störung der Emotionsregulation, verschiedene Fertigkeiten (Skills) an, um mit diesen Problemen besser umzugehen. Diese Skills werden in der Skillstrainingsgruppe theoretisch, unterstützt durch kleine Rollenspiele, vermittelt. Die Ergotherapie bietet durch den Einsatz der Interaktionellen Methode die Möglichkeit diese Fertigkeiten „in Vivo“ zu üben. Dabei bietet die Gruppen trotzdem einen geschützten Rahmen. In diesem Workshop werden die Besonderheiten in der sozialen Interaktion von Borderline Patienten erläutert und die Skills aus dem Modul „zwischenmenschliche Fertigkeiten“ der DBT vorgestellt. Die für die Ergotherapie entwickelten Arbeitsblätter werden vorgestellt und praktisch erprobt Außerdem wird die Rolle des Ergotherapeuten praxisnah erklärt und eine Gruppenarbeit zur Festigung des erlernten durchgeführt. Ziel des Workshops ist es den Teilnehmern die neu entwickelten Arbeitsblätter vorzustellen und Ideen zur Umsetzung der Skills aus dem Bereich „zwischenmenschliche Fertigkeiten“ unter Einbezug der interaktionellen Methode der Ergotherapie zu vermitteln.

28.11.2019 | 13:00–15:00 Uhr 

PWS 304 Das Gezeitenmodell aus der Patientenperspektive

Vorsitz: Johannes Kirchhof

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In der Psychiatrie der Uniklinik Köln wurde 2014 das Gezeitenmodell von Poppy Buchanan – Barker und Phil Barker eingeführt. In der Tagesklinik, auf allen offenen und teilweise auch auf den geschlossenen Stationen fungiert das Modell seitdem als Basis für die Arbeit der Be-zugspflege. So wurde die Qualität der pflegerischen Betreuung/Behandlung verbessert und die Recovery Orientierung in der Haltung der Pflegenden gestärkt. In DGPPN Workshops der vergangenen Jahre wurde das Modell vorgestellt: Die vier Bestandteile (Wertegrundlage, Metapher, Gezeitengruppe, Assessment), die praktische An-wendung und die Evaluation aus Sicht der Pflegenden waren die Schwerpunkte der jeweili-gen Veranstaltungen. Die systematische Evaluation aus der Sicht der Nutzer fehlt aber bis-lang. Besser als quantitative Skalen können offene Fragen ermitteln, welche Aspekte der Behand-lung bei Patienten zur Zufriedenheit oder Unzufriedenheit führen. So werden relevante In-formationen gewonnen, damit die Behandler in einem bestimmten Kontext wirkungsvoll handeln können (Priebe u. Migliatta, World Psychiatry 18:1, Feb. 2019). Im Rahmen der Pilotphase der Einführung der „stationsäquivalenten Behandlung“ in der Uniklinik Köln wird jetzt eine solche, auf offenen Fragen basierende Untersuchung durchgeführt. Ziel dieser qualitativen explorativen Studie ist, die Bedürfnisse und Prioritäten der Nutzer, sowie die Wirkfaktoren der Zuhausebehandlung genauer kennen zu lernen. Da die Pflege den weit überwiegenden Teil der Kontaktzeiten im häuslichen Umfeld leistet, wird die Untersuchung auch Aufschluss darüber geben, wie die Patienten innen die praktische Arbeit mit dem Gezeitenmodell erleben. Neben den Ergebnissen der Untersuchung wird anhand von zwei Fallbeispielen die Wirkung des Modells aufgezeigt. Exemplarisch wird deutlich, wie sich die Selbstwirksamkeitserwartung Schritt für Schritt gesteigert hat. Abschließend wird diskutiert, ob und in wie weit sich wirksame Anteile des Modells in pflegerische Arbeit integrieren lassen, ohne das Modell in seiner Gesamtheit einzuführen.

PWS 306 Ausgebildete Psychiatrie-Erfahrene in jedes Team: Wie Genesungsbegleitung die praktische Arbeit verändert

Vorsitz: Melanie Pohle

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Workshop insbesondere für Gesundheitsfachberufe

Abstract: In dem Workshop geht es um die Frage, wie recoveryorientierte Beziehungsarbeit im psychiatrischen Kontext möglich ist. Nicht nur für Ergotherapeuten gehören Resilienz, Salutogenese und Empowerment mit zur Ausbildung und teils mit zur täglichen Arbeit. Auch andere Gesundheitsberufe sind bereits auf die genesungs- und ressourcenorientierte Haltung in der praktischen Arbeit mit chronisch psychisch erkrankten Menschen aufmerksam geworden (s. Gezeiten-Modell). Doch wie gestaltet sich ein recoveryorientierter Wandel in der praktischen Arbeit? Der Beruf der Genesungsbegleiter bietet einen Ansatzpunkt. Genesungsbegleiter oder Ex-In-Mitarbeiter (Experienced-Involvement) sind Psychiatrie-Erfahrene mit einer zertifizierten Weiterbildung, in deren Verlauf die Teilnehmer ihre eigenen Erfahrungen verarbeiten, voneinander lernen und praktische Konzepte für die Arbeit entwickeln. An dem Beispiel eines sozialpsychiatrischen Trägers in NRW wird gezeigt, wie ein Team aus Ergotherapeuten, Pflegern, Sozialarbeitern und Pädagogen mit Genesungsbegleitern zusammenarbeiten können. Welche Strukturen müssen geschaffen werden, damit Genesungsbegleiter ihr Potential entfalten können? Welche Angebote können Ex-Inler begleiten, damit auch langjährig erkrankte Menschen erreicht werden können? Nicht zuletzt stellt sich die Frage, wie ein professionell Tätiger mit einem Genesungsbegleiter im Tandem arbeiten kann und wie sich daraus eine Teamarbeit entwickelt. Auf der Grundlage aktueller Literatur von Utschakowski, Amering und Schmolke, Knuf, Becker, Boden und Feldt, entwickelten wir ein Konzept und eine Haltung, um unsere Arbeit zu verändern, ohne alte Strukturen zu brechen. Die ergotherapeutischen Manuale „Action over inertia/Handeln gegen Trägheit“ und „Recovery Through Activity/Genesung aktivieren und Teilhabe fördern“ beeinflussten unser Konzept ebenso.

29.11.2019 | 13:00–15:00 Uhr 

PWS 307 Aspekte von Macht und „Machtmissbrauch“ in der Psychiatrie – theoretische Hintergründe und Ansätze zur praktischen Prävention

Vorsitz: Stefan Scheydt

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Abstract: Macht, Machtlosigkeit und Machtmissbrauch sind Phänomene, die im Gesundheitswesen und vor allem in der Betreuung pflegebedürftiger Personen immer wieder zu beobachten sind. Gerade im psychiatrischen Versorgungskontext spielen die Aspekte Macht, Ohnmacht, Machtlosigkeit sowie inadäquate Machtanwendung bzw. Machtmissbrauch historisch bedingt eine besondere Rolle. Auch wenn die Beziehungen zwischen Patienten und Behandlern bzw. Pflegekraft als asymmetrische Beziehungen bezeichnet werden können, darf Machtmissbrauch bzw. inadäquate Machtanwendung kein Bestandteil einer professionellen psychiatrischen Behandlung und Pflege sein. Im Gegenteil: es muss versucht werden, die an der Behandlung beteiligten Personen hinsichtlich dieser Themen zu sensibilisieren, um zukünftig Situationen des Machtmissbrauchs zu vermeiden bzw. adäquat damit umzugehen.

Zielsetzung und Vorgehensweise: Ziel des Workshops ist es, mögliche Aspekte des Machtbegriffs sowie theoretische Hintergründe und mögliche Facetten der Machtanwendung im psychiatrischen Kontext zu (er-)klären und zu diskutieren, um abschließend mögliche präventive Maßnahmen im Zusammenhang mit Machtmissbrauch im psychiatrischen Behandlungssetting aufzuzeigen. Hierbei wird neben der direkten Vermittlung von Wissensinhalten großer Wert auf die Diskussion der theoretischen Inhalte vor dem Hintergrund der praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden gelegt.

PWS 308 Ressourcenorientierte Interventionen für die Arbeit mit Angehörigen – Förderung von Selbstfürsorge und Achtsamkeit

Vorsitz: Christiane Tilly, André Nienaber

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Abstract: Die Dynamik psychischer Erkrankungen setzt Angehörige psychisch erkrankter Menschen unter permanenten Stress. Psychiatrisch Tätige sind neben ihrer Sorge um die PatientInnen in ihrer Arbeit auch aufgefordert die Belastung der Angehörigen wahrzunehmen und Modell für selbstfürsorglichen Umgang mit sich selbst zu sein. Nicht selten finden sich Fachleute im Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach Unterstützung der Angehörigen und dem Gebundensein an die Schweigepflicht wieder. Abweisen von Angehörigen ist eine ebenso unbefriedigende Lösung, wie der Einbezug der Angehörigen gegen den Willen der Betroffenen möglich ist. Unabhängig von individuellen Fragestellungen haben sich jedoch ressourcenorientierte Interventionen für die Gruppen- und Einzelarbeit mit Angehörigen bewährt, in denen der Fokus auf der Förderung von Selbstfürsorge und Achtsamkeit liegt. Anknüpfend an das Trainingsprogramm STEPPS (Blum et al. 2009) – in dem auf den Einbezug der Angehörigen besonderer Wert gelegt wird – wurde von Fachleuten und Angehörigen gemeinsam ein Modul entwickelt, in dem Möglichkeiten der Selbstfürsorge speziell für Angehörige ausgearbeitet wurden.

Zielgruppe: Pflegefachpersonen, psychiatrisches Fachpersonal, Erfahrene, Angehörige, Ziele und Ablauf Im Rahmen des Workshops wird mit Hilfe ausgewählter Methoden und Übungen demonstriert, wie Elemente der Selbstfürsorge für Angehörige aussehen können und was sich für Fachleute in der Arbeit mit der Zielgruppe als hilfreich erwiesen hat, um die Arbeitsbeziehung positiv zu gestalten.

Literatur: Blum, N. S., Bartels, N. E., St. John, D. & Pfohl, B. M. (2009). Stepps-das Trainingsprogramm bei Borderline: emotionale Krisen bewältigen, Probleme lösen, Alltag gestalten, Beziehungen aufbauen; Trainer-Handbuch. Psychiatrie-Verlag.

29.11.2019 | 15:30–19:30 Uhr 

PWS 309 Entscheidung aus gutem Grund, ethische Fallbesprechungen nach dem Lengericher Modell LeMo

Vorsitz: Stephan Bögershausen, Jörg Wittenhaus

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Abstract: Ethische Fragen können entstehen, wenn jemand nicht genau weiß, wonach er seine Entscheidung ausrichten und verantworten soll. Jeder kennt diese Fragen: Wie verhalte ich mich, wenn ich gegen den Willen eines Patienten handeln soll? Was kann ich tun, wenn ich Zweifel an einer Entscheidung habe? Eine ethische Fallberatung kann helfen, eine Entscheidung auch in einer ausweglos erscheinenden Situation besser treffen und begründen zu können. Im Workshop wird das Lengericher Modell LeMo von ethischen Fallbesprechungen im Tandem Modell vorgestellt. Dabei wird aufgezeigt, wie das formale und inhaltliche Verfahren einer konkreten ethischen Einzelfallberatung verläuft. Folgende Aspekte werden thematisiert: - Antragstellung und Erstgespräch - Organisation der Fallbesprechung - Anforderung an die Moderation - Modell der Entscheidungsfindung - Umgang mit Konsens vs. Dissens - Abwägen und begründen - Dokumentation und Kommunikation der Empfehlung Ferner wird auch die zusätzliche Beobachtungsperspektive durch die Methode des Reflecting Team präsentiert. Gerne können die Teilnehmer des Workshops einen eigenen Fall vorstellen, der gemeinsam bearbeitet und beraten werden kann.

30.11.2019 | 10:15–12:15 Uhr 

PWS 310 Kollegiale Beratung im Pflegeteam

Vorsitz: Andreas Kocks

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Abstract: Psychiatrisch Tätige und auch psychiatrisch Pflegende haben in ihrer Tätigkeit immer wieder herausfordernde oder auch schwierige Situationen zu bewältigen. Damit dies gut gelingen kann, ist neben Formaten wie der Supervision oder der Balintgruppe auch der gezielte und bewußte Austausch mit Kolleginnen und Kollegen wichtig.  Vor diesem Hintergrund geht es in dem Workshop darum, die „kollegialen Beratung“ als eine „systematische Methode der gegenseitigen Unterstützung“ kennenzulernen und selbst auszuprobieren bzw. erste Erfahrungen in der Anwendung zu sammeln. Der Leiter des Workshops, Anderas Kocks von der Uniklinik in Bonn, ist u. a. Autor des vor kurzem im Springer Verlag erschienenen Buches „Kollegiale Beratung im Pflegeteam“.

Vorgehensweise: Vorstellung der Methode, im Anschluss Kleingruppenarbeit 2–3 Gruppen, 5–maximal 10 Personen bearbeiten eine Fragestellung. Feedback im Plenum: Wie hat es geklappt? Was war gut? Was war herausfordernd?

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