1-Tages-Workshops am 30.11.2019

Die vierstündigen 1-Tages-Workshops vermitteln Wissen und praxisrelevante Fertigkeiten auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Plätze sind begrenzt; eine CME-Zertifizierung wird beantragt. Im Folgenden finden Sie eine Vorschau auf die über das Portal buchbaren 1-Tages-Workshops für den 30.11.2019.

08:30–12:30 Uhr

WS 164 Reduktion und Absetzen von Psychopharmaka: Antidepressiva und Antipsychotika

Vorsitz: Henrik Walter, Christian Stoppel

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Abstract: Wann kann und warum sollte man Antidepressiva (AD)und Antipsychotika (AP) überhaupt absetzen? Was passiert nach dem Absetzen und warum? Zu diesen Fragen existiert ein eklatanter Mangel an Wissen. Für ihre Beantwortung sind drei Aspekte relevant, die bis jetzt wenig Aufmerksamkeit in Klinik und Forschung erfahren haben. Erstens ist der Nutzen einer Rückfallprophylaxe über viele Jahre empirisch nur schwach belegt. Zweitens kann es nach Reduktion oder dem Absetzen von Antidepressiva zu Entzugssymptomen kommen, deren Verlauf kaum bekannt ist und die mit einem Rezidiv verwechselt werden können. Drittes gibt es Vermutungen, dass die langfristige Gabe von AD oder AP die Wahrscheinlichkeit erhöhen könnte, einen Rückfall zu erleiden. Häufige Gründe für das Absetzen von AD und AP sind eine vollständige Besserung, eine ausbleibende Wirkung, nicht tolerabale (vorhandene oder potentielle) Nebenwirkungen, die Verfügbarkeit anderer, ähnlich wirksamerer, aber nebenwirkungsärmerer Therapien sowie der Wunsch vieler Patienten dauerhaft medikamentenfrei zu leben. In diesem Workshop wird das Wissen rund um das Thema Absetzen von AD und AP systematisch dargestellt und diskutiert. Dazu zählen u.a. die Belege für die Indikation zu Langzeittherapien, die Interpretation von Absetzstudien, das Wissen über Absetzphänomene und die Vorstellung einer neuen Klassifikation über Entzugssyndrome von Antidepressiva. Zudem soll die Studienlage bezüglich der oben umrissenen Themenbereichen zu den diesbezüglichen Inhalten der S3-Leitlinien der Behandlung depressiver Erkrankungen sowie der Schizophrenie in Beziehung gesetzt werden. Abschließend werden wir Vorschläge für das klinische Vorgehen rund um das Thema Absetzen machen.

WS 165 Betreuung psychisch kranker Frauen in Schwangerschaft und Stillzeit – Psychopharmakotherapie und peripartales Management

Vorsitz: Marlies Onken, Valenka Dorsch

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Abstract: Für psychisch kranke Frauen und für behandelnde Ärzte ist ein konkreter Kinderwunsch ebenso wie eine Schwangerschaft während der Behandlung mit Psychopharmaka eine besondere Herausforderung. Sorgen und Befürchtungen kreisen häufig um teratogene und fetotoxische Einflüsse auf das Kind sowie um mögliche Krankheitsrezidive während der Schwangerschaft oder postpartal. Insbesondere wenn Absetzversuche anamnestisch zu Rezidiven geführt haben und eine Schwangerschaft ohne Medikamente nicht möglich erscheint, suchen Patientinnen Rat, erhalten aber oftmals unklare oder sich widersprechende Informationen. Ein abruptes Absetzen oder Umstellen der Medikation im Fall einer ungeplanten Schwangerschaft verunsichert die betroffenen Patientinnen oft ebenfalls und führt nicht selten zu einer psychischen Destabilisierung. Insgesamt ist eine engmaschige psychiatrische Betreuung der Patientinnen während und nach der Schwangerschaft notwendig, um sie bei den anstehenden Entscheidungen zu beraten und Krisen frühzeitig entgegenwirken zu können. Da in der Postpartalzeit die Gefahr psychischer Störungen höher ist als in der Schwangerschaft, muss der Rezidivprophylaxe beim peripartalen Management besonders viel Aufmerksamkeit gewidmet werden. Im Workshop werden die Prinzipien der Nutzen-Risiko-Abwägung für die Gabe von Psychopharmaka und Beratungsstrategien für die Praxis vorgestellt sowie Möglichkeiten der Rezidivprophylaxe im Rahmen des peripartalen Managements. Die Risiken von Teratogenität und Fetotoxizität für einzelne Substanzen werden diskutiert. Exemplarische Kasuistiken ergänzen die Darstellung der peripartalen Betreuung.

WS 166 Mein erster Dienst: psychiatrische Notfälle für Berufsanfänger

Vorsitz: Jan Philipp Klein, Bastian Willenborg

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Abstract: Für die psychiatrische Notfallbehandlung sind bestimmte Grundfertigkeiten notwendig. Dazu zählen sowohl die Vorbereitung auf den ersten Dienst und Grundfertigkeiten der ärztlichen Gesprächsführung als auch das Wissen über die wichtigsten psychiatrischen Notfälle und die rechtlichen Rahmenbedingungen. Alle diese Dinge werden in diesem Workshop in einem interaktiven Format vermittelt.

Aufbau 1. Allgemeine Fertigkeiten 1.1. Was muss ich vor meinem ersten Dienst wissen? 1.2. Gesprächsführung in Notfallsituationen 1.3. Konfliktdeeskalation 2. Akute Syndrome 2.1. Akute Erregung 2.2. Delir 2.3. Stupor 2.4. Suizidalität 2.5. Depressivität 2.6. Angst 2.7. Traumatisierung 2.8. Selbstverletzung 3. Psychopharmakologie für den Notfall 3.1. Wichtige Notfallmedikamente 3.2. Malignes Neuroleptisches Syndrom und Periniziöse Katatonie 4. Rechtliche Rahmenbedingungen (PsychKG, BGB, etc). Weitere Infos und Handout: http://j.mp/ersterdienst

Zielgruppe: Psychiaterinnen und Psychiater in den ersten Berufsjahren; Studentinnen und Studenten im Praktischen Jahr.

Didaktische Methoden: Kurzer Vortrag, interaktive Erarbeitung von Algorithmen der Notfallbehandlung. Einübung von wichtigen Techniken im Rollenspiel. Als Grundlage können gerne Fallbeispiele der Teilnehmer dienen.

Literatur: (1) Klein, J.P. Willenborg, B. Klein, E.M. Mein Erster Dienst – psychiatrische Notfälle. Heidelberg: Springer, 2016 (2) Neu, P. Akutpsychiatrie. Das Notfall-Manual. Stuttgart: Schattauer, 2008.

WS 167 Wie funktioniert die ambulante Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie?

Vorsitz: Christa Roth-Sackenheim, Sabine Köhler

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Abstract: Der Workshop richtet sich an all jene Kolleginnen und Kollegen, die kurz vor der Facharztprüfung stehen oder bereits Fachärztinnen oder Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie oder Doppelfachärzte für Neurologie und Psychiatrie/Psychotherapie sind. Wenn Sie nach einer Alternative zur Tätigkeit in der Klinik suchen, wenn Sie eine sehr frei gestaltbare und erfüllende Tätigkeit in unserem Fachgebiet anstreben, dann bietet dieser Workshop eine vertiefte Orientierungsmöglichkeit. In den alljährlichen Symposien „Frischer Facharzt, was nun?“ kamen und kommen von den Zuhörerinnen und Zuhörern die meisten Fragen zu dem Symposiumsvortrag zur vertragsärztlichen Tätigkeit. Diese oft sehr detailreichen Fragen zur Niederlassung und zum Tätigkeitsspektrum in der vertragsärztlichen Praxis werden in diesem Workshop intensiv bearbeitet werden. Im ersten Teil werden die formalen Voraussetzungen vor der Aufnahme der vertragsärztlichen Tätigkeit vorgestellt. Die Aufgaben einer Neugründung sowie die verschiedenen Möglichkeiten des Einstiegs in eine bestehende Praxis, auch als möglicher Nachfolger, werden ausführlich vermittelt. Dabei werden sowohl die Möglichkeiten als angestellte Ärztin/angestellter Arzt als auch als Praxisinhaber freiberuflich einzusteigen ausgeführt. Wenn es denn geschafft ist, man eine Zulassung hat, nun Praxisinhaber, Jobsharer oder Teilhaber einer Gemeinschaftspraxis ist, dann stellt sich die Frage, wie man inhaltlich arbeiten will. Prinzipiell ist eine freie Gestaltung der Arbeitszeit-Anteile in der psychiatrischen (und evtl. der neurologischen) und/oder Richtlinien-Psychotherapie-Tätigkeit möglich, je nach persönlichem Schwerpunkt. Möglichkeiten der Heimversorgung, des Einsatzes von qualifiziertem Praxispersonal und der Konsiliartätigkeit am Krankenhaus werden vorgestellt. Ein dritter Teil des Workshops beschäftigt sich mit einem Überblick über Abrechnungsfragen und den Grundsätzen des einheitlichen Bewertungsmassstabes EBM und der Gebührenordnung für Ärzte GOÄ. Zuletzt wird die Tätigkeit als Psychiatrischer Gutachter für die Sozialversicherungsträger, Sozial- Familien- und Betreuungsgerichte, und als Forensischer Gutachter vorgestellt, die neben der vertragsärztlichen Tätigkeit freiberuflich ausgeübt werden kann.

WS 168 PKP – Psychiatrische Kurz-Psychotherapie der Depression

Vorsitz: Beate Deckert

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Abstract: PKP beinhaltet kurze psychiatrische und psychotherapeutische Strategien in Praxis und Klinik auch außerhalb der Richtlinien-Psychotherapie. Die Arbeitsgruppe PKP wurde auf dem DGPPN Kongress 2009 in Berlin von einigen in psychiatrisch-psychotherapeutischer Klinik oder Praxis tätigen DÄVT- und DGPPN-Mitgliedern gegründet. Ihre Initiative entstand aus vielen Gedanken, wie die Vielfalt bekannter therapeutischer Maßnahmen konkreter im Routine-Alltag psychiatrischer Versorgungssysteme nutzbar gemacht werden kann, da kaum strukturierte psychotherapeutische Interventionen außerhalb der Richtlinien-PT stattfinden. PKP verfolgt eine systematische Therapiestrategie mit Hilfe von aneinander gereihten Sprechstundenkarten (SSK) als Fortsetzungsserie von kurzen (10 bis 25-minütigen) psychiatrischen und psychotherapeutischen Interventionen. Konzeptuelle Basis ist das 3-Säulen-Modell der Strategischen Kurzzeittherapie: Symptomtherapie (psychiatrisch), Fertigkeitentraining (verhaltenstherapeutisch), Persönlichkeitsentwicklung (psychodynamisch). In diesem Workshop erfolgt die Einführung in die PKP-Sprechstundenkarten für das Störungsbild Depression. Ambulante und stationäre Anwendungen sind inhaltlich aufeinander abstimmbar und können sich ergänzen. Sie integrieren transparent mehrere Therapeuten des den Patienten behandelnden Teams ohne Verlust des Gesamtkonzepts. Die Sprechstundenkarten - für alle besteht eine Kopiererlaubnis - liegen durch beschriftete Reiter übersichtlich geordnet in Karteikästen und sind individuell erweiterbar. Sie geben einen Leitfaden für Patientenkontakte über mehrere Termine und bedienen gleichzeitig auch Leitlinien, Dokumentationsverpflichtungen, Supervision und Ausbildung durch Theorieausführungen auf den Rückseiten. Zu Therapie-Ende liegt je Patient ein PKP-Ordner in Papierform vor: für den Patienten als Selbsthilfebuch bzw. dem Therapeuten als Behandlungs- und Dokumentations-nachweis. Es gibt alternativ eine digitale PDF-Datei-Fassung als Kopiervorlage; das angestrebte Ziel der digitalen Nutzung ist die direkte Beschriftung auf dem PC/Pad und das platzsparende Speichern der bearbeiteten SSK auf einem externen Speicher-Medium (z. B. USB-Stick). Beide Techniken werden im Kurs demonstriert. Die Anwendung im Einzelsetting bei depressiven Patienten erfolgt erfolgversprechend seit über 8 Jahren in mehreren Praxen und Kliniken. In einigen Kliniken starteten Anwendungen im Gruppensetting auf der Station bzw. in Tageskliniken. Im Workshop werden Einzel- und Gruppenkonzepte der "PKP der Depression" theoretisch vorgestellt und zugleich in der praktischen Durchführung trainiert. Die einfache Handhabung der Sprechstundenkarten mit Visualisierungshilfen hilft auch bei Sprachbarrieren im therapeutischen Kontakt. PKP-Depression ist als Handbuch in der deutschen, englischen, türkischen und russischen Sprache veröffentlicht. Weitere Übersetzungen in andere Sprachen sind in Bearbeitung.

WS 169 Psychotherapie narzisstisch gestörter Patienten: ein verhaltenstherapeutisch orientierter Ansatz

Vorsitz: Claas Hinrich Lammers

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Abstract: Bislang gibt es ein deutliches Defizit an verhaltenstherapeutischen Konzepten zur Therapie von Patienten mit einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung bzw. -akzentuierung. In der Praxis hat man es aber sehr häufig mit diesen Patienten zu tun, welche oftmals eine brüchige Therapiemotivation aufweisen und bezüglich der Beziehungsgestaltung eine große Herausforderung für den Therapeuten darstellen. Nicht zuletzt aufgrund der häufig schwach ausgeprägten Krankheitseinsicht und den narzisstischen Abwehrstrategien stellt sich für den Therapeuten die Frage, woran und in welcher Form er effizient arbeiten kann. In diesem Workshop soll ein verhaltenstherapeutisch orientierter Ansatz zur Therapie narzisstisch gestörter Patienten vorgestellt werden, welcher über die bekannten Strategien und Interventionen der kognitiven Verhaltenstherapie hinausgeht.

Didaktische Methode: Referat, Fallbeispiele des Referenten, Videodemonstration, Übungen mit Rollenspielen durch den Dozenten und der Teilnehmer, Analysen eigener patientenbezogener Erfahrungen der Teilnehmer, Hand-Out. In diesem Kurs soll eine Übersicht über die Grundlagen und Techniken eines integrativen Therapieansatzes zur Behandlung von Patienten mit einer Narzisstischen Persönlichkeitsstörung bzw. –akzentuierung vermittelt werden. Hierzu gehören wesentlich (1) der Aufbau der Therapie, (2) die therapeutische Beziehungsgestaltung, (3) Schemaklärung und -bearbeitung und (4) praktische Verhaltensfertigkeiten sowie prosoziale Übungen.

Literatur: 1. Lammers CH (2014). Psychotherapie narzisstisch gestörter Patienten

WS 171 Das Kiesler-Kreis-Training – ein Manual zur Behandlung interpersoneller Probleme

Vorsitz: Anne Guhn, Eva-Lotta Brakemeier, Stephan Köhler

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Abstract: Schwierigkeiten in Beziehungen oder Einsamkeit sind zentrale Probleme verschiedener Störungsbilder. Dies trifft nicht nur auf Persönlichkeitsstörungen, sondern auch auf Depressionen, Ängste oder Suchterkrankungen zu. Die Interpersonale Theorie betrachtet rigides, nicht an die Situation angepasstes, oder extremes Verhalten, das sich in einem unangemessen starken Verhaltensausdruck zeigt, als Ursachen für Einsamkeit und Beziehungskonflikte, die sekundär zur Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen führen. Um den Patienten die Auswirkungen dieser zwischenmenschlichen Verhaltensweisen zu verdeutlichen, integrierte James McCullough, der Begründer des Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP), das Kiesler-Kreis Modell aus der Interpersonalen Theorie als wichtiges Element zur Behandlung der chronischen Depression. Neben der chronischen Depression erweist sich der Kiesler Kreis zur Diagnostik, Entstehung und Aufrechterhaltung von zwischenmenschlichen Problemen jedoch auch für andere Störungsbilder als geeignet. Mit dem transdiagnostischen Kiesler-Kreis-Training (KKT; Guhn, Köhler & Brakemeier, 2019) steht nun eine manualisierte Form verschiedener Übungen zur Verbesserung zwischenmenschlicher Fertigkeiten in der Einzel- und Gruppentherapie zur Verfügung. Das übergeordnete Ziel des KKT besteht in der Überwindung von rigiden und extremen zwischenmenschlichen Verhaltensweisen. Dabei soll eine interpersonelle Flexibilität erzielt werden, die es unter Berücksichtigung der jeweiligen Erfordernisse der Situation ermöglicht, verschiedene Kiesler-Kreis-Positionen einnehmen zu können. Das KKT besteht aus den fünf Modulen 1) Kennenlernen des Kiesler-Kreises, 2) Nonverbale Kommunikation, 3) Verbale Kommunikation, 4) Konflikttraining sowie 5) Empathie und korrigierende Beziehungserfahrungen. Zum Einsatz kommen psychoedukative und spielerische Übungen sowie Rollenspiele, wobei Arbeitsblätter und Materialien die einfache und flexible Umsetzung unterstützen. Neben dem Kennenlernen und Einüben der KKT-Module durch Demonstrationen und Kleingruppenübungen, wird auch für den Umgang mit schwierigen Therapiesituationen sensibilisiert. Workshop-Teilnehmer lernen, den Kiesler-Kreis sicher und gezielt einzusetzen, um damit die Einzel- oder Gruppentherapie bei Patienten mit interpersonellen Problemen augmentieren zu können.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an alle psychotherapeutisch tätigen Berufsgruppen.

WS 173 Diagnostik und Therapie organisch bedingter psychischer Störungen

Vorsitz: Milenko Kujovic, Natalia Wege, Felix Röpcke, Christian Lange-Asschenfeldt

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Abstract: Viele somatische Prozesse sind für psychische Störungen ätiologisch relevant. So können psychischen Störungen durch Primärfaktoren, z. B. Strukturveränderungen des Gehirns, oder auch durch Sekundärfaktoren, wie somatischen Erkrankungen, verursacht werden. Vor allem im Konsiliardienst wird man häufig mit komplexen Befundkonstellationen konfrontiert. Für die Diagnosestellung und entsprechende Behandlung sind sowohl eine psychiatrische Expertise als auch fundierte Kentnisse über mögliche somatische Ursachen erforderlich. Zielgruppe: Der praxisnahe Workshop wendet sich sowohl an Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung als auch an erfahrene Kolleginnen und Kollegen, die gezielt ihre Kenntnisse auf dem Gebiet organische Ursachen psychischer Störungen stärken wollen. Lernziel: Vertiefung praxisrelevanter Kenntnisse hinsichtlich der engen Verflechtung somatischer und psychischer Aspekte mit dem Schwerpunkt Diagnostik und Therapie organisch bedingter psychischer Störungen. Methode: Der interdisziplinäre, praxisorientierte Workshop vermittelt das differentialdiagnostische Spektrum von den primär bzw. sekundär organisch verursachen psychiatrischen Symptomen, medikamenteninduzierten psychischen Störungen bis hin zu psychischen Störungen mit somatischen Komorbiditäten. Die Themen werden anhand exemplarischer Fälle aus der interdisziplinären Zusammenarbeit, mit Bezugnahme auf ausgewählte theoretische Grundlagen und Krankheitsbilder, in interaktiver Form dargestellt. Handouts werden zur Verfügung gestellt. Inhalt: Die Bedeutung von interdisziplinärer Zusammenarbeit in der Psychiatrie wird erläutert.

Auf der Grundlage von Fallbeispielen im Einzelnen werden folgende Themen bearbeitet:
(1) ZNS-Veränderungen als Ursache von psychischen Störungen:
a) Primäre hirneigene Veränderungen (z. B. neurodegenerative Erkrankungen);
b) sekundäre Veränderungen (z. B. Delirien);
(3) Medikamentenbedingte psychische Störungen (z. B. delirogene Medikamente);
(4) Psychische Störungen als Reaktion auf eine somatische Erkrankung;
(5) Psychische Störungen als Risikofaktor für somatischen Erkrankungen. Dabei wird den Teilnehmern differentialdiagnostische Hilfestellungen bei komplexen Krankheitsbildern sowohl aus psychiatrischer als auch aus internistischer Sicht geboten.

10:15–14:15 Uhr

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