1-Tages-Workshops am 29.11.2019

Die vierstündigen 1-Tages-Workshops vermitteln Wissen und praxisrelevante Fertigkeiten auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Plätze sind begrenzt; eine CME-Zertifizierung wird beantragt. Im Folgenden finden Sie eine Vorschau auf die über das Portal buchbaren 1-Tages-Workshops für den 29.11.2019.

08:30–12:30 Uhr

WS 137 Crash-Kurs zur Vorbereitung der Rotation in die Neurologie

Vorsitz: Lorenz Müller, Dietrich Sturm, Christiana Franke

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Abstract: Dieser Workshop hat zum Ziel, Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung auf die Neurologie-Rotation vorzubereiten. Zumeist an typischen Fallbeispielen sollen diagnostische Pfade, differentialdiagnostische Überlegungen und therapeutische Optionen aufgezeigt werden. Hierfür erfolgt eine Unterteilung in die Themengebiete: vaskuläre Neurologie, Kopfschmerz/Schwindel, entzündliche Erkrankungen, Anfallserkrankungen, Bewegungsstörungen/degenerative Erkrankungen und periphere Neurologie. Je nach Teilnehmerzahl werden zusätzlich in Kleingruppen Befunde interpretiert und diskutiert, sowie wertvolle Hinweise durch speziellen Untersuchungstechniken vermittelt.

WS 138 Nebenwirkungsmanagement von Psychopharmakotherapien

Vorsitz: Michael Paulzen, Georg Schoretsanitis

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Abstract: Keine Wirkung ohne Nebenwirkung, so könnte man meinen. Während früher vor allem die Kontrolle von Zielsymptomen im Fokus einer Psychopharmakotherapie standen, so spielt heutzutage zusätzlich die Vermeidung von Nebenwirkungen, sogenannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen, UAW, eine zunehmend wichtigere Rolle. UAW unter Psychopharmakotherapie sind häufig und in ihrer Ausprägung vielfältig. Zur Sicherstellung einer hohen Lebensqualität und zur Verbesserung der Therapieadhärenz gewinnen Behandlungs- und Präventionsmöglichkeiten von UAWs eine immer stärkere Bedeutung. Häufige Ursachen von UAWs sind Arzneimittelkombinationen. Diese sind häufig und meist auch notwendig im Alltag der Pharmakotherapie, um einen möglichst guten Behandlungserfolg zu erzielen. Mit steigender Anzahl an Arzneistoffen steigt allerdings das Risiko für UAWs und Arzneimittelwechselwirkungen. Der Workshop adressiert pharmakodynamische und pharmakokinetische Arzneimittelwechselwirkungen und zeigt, wie mit Hilfe von Therapeutischem Drug Monitoring unerwünschte Arzneimittelwirkungen kontrolliert werden können. Pharmakodynamische Effekte, die sich beispielsweise auf eine QTc-Verlängerung auswirken, werden ebenso diskutiert wie pharmakokinetische Effekte, bei denen Interaktionen zu dramatischen Anstiegen von Wirkstoffkonzentrationen und damit zum Auftreten von Nebenwirkungen führen. In höherer Dosierung verursachen viele Antipsychotika extrapyramidale motorische Störungen (EPS), deren Behandlung die Umstellung auf Antipsychotika mit niedrigerem EPS-Risiko, wie auch die kurzfristige Einnahme anticholinergischer Substanzen (z. B. Biperiden) einschließt. Während die meisten Nebenwirkungen mit Absetzen der Medikation sistieren, bleiben andere dauerhaft bestehen. Dies gilt insbesondere für Spätdyskinesien und metabolische Nebenwirkungen. Bei der Prävention und Behandlung bewegt man sich meist im (experimentellen) off-Label-Bereich. Unter Langzeittherapie mit Psychopharmaka stellt die Gewichtszunahme ein häufiges Problem dar, was einerseits die Compliance mindert, uns andererseits mit weiteren internistischen Schwierigkeiten konfrontiert. Antipsychotika und Stimmungsstabilisatoren sind noch häufiger als Antidepressiva assoziiert mit Gewichtszunahme. Effiziente Behandlungsoptionen schließen Lifestyle-Interventionen, wie auch den Einsatz von Topiramat oder Metformin mit ein. Der Workshop adressiert klinische Probleme einer «Real-Life-Psychiatrie», die jedem klinisch tätigen Arzt begegnen und deren Adressierung sowohl den Therapie-Outcome als auch die Patientencompliance erhöhen. Etablierte und experimentelle Strategien zum Nebenwirkungsmanagement werden fallbasiert adressiert und sollen hierdurch dem Kliniker Denkanstöße bieten, um die Behandlung psychiatrischer Patienten zu optimieren.

WS 139 Begutachtung bei schwerer anderer seelischer Abartigkeit

Vorsitz: Nahlah Saimeh

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Abstract: Das vierte Eingangsmerkmal des § 20 StGB umfasst in der gutachterlichen Praxis vor allem Persönlichkeitsstörungen und Störungen der sexuellen Präferenz. Allerdings finden sich in diesem Bereich der Schuldfähigkeitsprüfung die meisten unterschiedlichen gutachterlichen Bewertungen. Das Stellen einer psychiatrischen Diagnose ist nicht identisch mit der Bejahung des Kriteriums "schwere andere seelische Abartigkeit" und die Feststellung einer "schweren anderen seelischen Abartigkeit" sagt noch nichts über die Schuldfähigkeit aus. Wann erfüllt eine Persönlichkeitsstörung das Kriterium der sasA? Wann eine sexuelle Präferenzstörung? Das Seminar richtet sich an Kollegen, die sich in die strafrechtliche Begutachtung intensiver einarbeiten wollen (Anfänger/Fortgeschrittene).

WS 140 Angewandte Improvisation in Psychiatrie und Psychotherapie

Vorsitz: Knut Schnell, Miriam Stein, Regina Fabian

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Abstract: Bei der Angewandten Improvisation werden Prinzipien und Methoden aus dem Improvisationstheater gezielt auf andere Bereiche, hier den therapeutischen Kontext, übertragen. Improvisationstheater ist eine interaktive Theaterform, bei der die Schauspieler gemeinsam spontan aus dem Moment heraus und ohne Absprache Charaktere, Szenen und Geschichten entwickeln. Diese Theaterform bietet zahlreiche Techniken bzw. Übungen, u.a. um die Aufmerksamkeit für das Gegenüber zu stärken, Angebote von InteraktionspartnerInnen zu akzeptieren („Yes and…“-Prinzip) und einen flexiblen Umgang mit Ideen zu entwickeln. Die Angewandte Improvisation bietet dabei ein großes Potential sowohl für die Arbeit mit PatientInnen als auch für die Reflexion der eigenen therapeutischen Haltung. Ziele der Angewandten Improvisation sind u.a. die Förderung der Wahrnehmungsgenauigkeit für eigene körperliche Haltungen und Impulse und die Impulse der Interaktionspartnerinnen, die Verbesserung der Mentalisierungsfähigkeit bzw. Empathie sowie die Förderung von annäherungsorientiertem (statt vermeidungsorientiertem) Verhalten. Darüber hinaus kann die Angewandte Improvisation spielerisch zur Flexibilisierung des Interaktionsverhaltens (i. S. von Cirkumplexmodellen wie dem Kiesler-Kreis) beitragen und neue positive Erfahrungen der Interaktion und Zusammenarbeit in Gruppen und Teams ermöglichen. Nicht zuletzt werden Spontaneität und Assoziationsfähigkeit trainiert. Auf der Seite der Therapeuten ermöglicht die Angewandte Improvisation zudem die Einübung des Arbeitens mit Brüchen in der therapeutischen Allianz als rupture-repair Prozess. In dem Workshop werden erste Befunde und aktuelle Projekte zum Einsatz Angewandter Improvisation im klinischen Kontext vorgestellt. Der Fokus des Workshops liegt auf praktischen Übungen, bei denen die Teilnehmer spielerisch die eigene Haltung erleben, reflektieren und mit viel Spaß Neues ausprobieren können.

WS 141 Anorexie und Bulimie: praxisorientierte Vorstellung der Krankheitsbilder und therapeutischer Interventionen

Vorsitz: Claudia Frese

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Abstract: Anorexia und Bulimia nervosa stellen komplexe mit vielfältigen Folgen verbundene Krankheitsbilder dar, die oftmals hohe Anforderungen an alle Beteiligten stellen. Einführend werden die Krankheitsbilder der Anorexie und Bulimie in ihren zentralen diagnostischen Kriterien sowie typischen Verlaufs- und Erscheinungsformen vorgestellt. Von einem gemeinsam erarbeiteten Störungsmodell werden die zentralen Zielsetzungen einer Behandlung abgeleitet: Förderung eines geregelten Basisessverhaltens sowie Reduktion von Essattacken und gewichtsregulatorischen Maßnahmen; Bearbeitung der Körperbildstörung; Bearbeitung relevanter zugrunde liegender Problembereiche, hier v.a. Förderung einer verbesserten Emotionswahrnehmung und -regulation; Stabilisierung des Selbstwerterlebens und Förderung interaktioneller Kompetenzen. In einem zweiten Teil erfolgt die Vorstellung grundlegender Behandlungsansätze und konkreter therapeutischer Interventionen sowohl für das stationäre als auch ambulante Setting. Dabei fokussiert wird angesichts der bei Essstörungen charakteristischen Motivationsprobleme auf Strategien der Motivationsförderung in Verbindung mit Interventionen des Ernährungsmanagements. Abschließend erfolgt ein Überblick über selbstwertbezogene Interventionen und Möglichkeiten der Körperbildarbeit, hier v.a. Spiegelexpositionen.

Zielgruppe: Ärzte und Psychologen mit psychotherapeutischen Basiskenntnissen.

Didaktische Methoden Methodisch umfasst die Fortbildung Elemente theoretischer Vermittlung (PowerPoint-Präsentation), Falldarstellungen (Videodemonstrationen) und je nach Verlauf kurze Übungselemente.

Literatur: Vocks, S. & Legenbauer, T. (2005) Manual der kognitiven Verhaltenstherapie bei Anorexie und Bulimie. Springer Fairburn, C. G. (2012) Kognitive Verhaltenstherapie und Essstörungen. Stuttgart: Schattauer Schweiger, U. & Sipos, V. (2012) Therapie der Essstörung durch Emotionsregulation. Stuttgart: Kohlhammer

WS 142 Gerontopsychiatrie kompakt

Vorsitz: Michael Hüll, Detlef Wietelmann

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Abstract: Der Anteil alterspsychiatrischer Patienten in der Praxis und stationären Arbeit wird in Zukunft deutlich zunehmen. Der Workshop richtet sich an ärztliche Kollegen mit Interesse an diesem besonderen Klientel, das einerseits durch Multimorbidität und Polymedikation eine hohe Neigung zu Komplikationen auf psychiatrischem und somatischem Gebiet aufweist, andererseits in vielen Bereichen ähnlich erfolgreich behandelt werden kann wie jüngere Menschen mit psychiatrischen Störungsbildern. Es sollen anhand von Fallvorstellungen die typischen Themen gerontopsychiatrischer Arbeit wie Diagnostik und Therapie von Demenzen, Delir und Depressionen erörtert werden. Wichtige internistische Faktoren wie z. B. die Bedeutung der QTc-Zeit oder der Nierenfunktion und schwerwiegende Nebenwirkungen der Psychopharmakotherapie wie das anticholinerge Syndrom oder die Hypothermie werden vorgestellt. Zusätzlich sollen ausgewählte neurologische Erkrankungen wie das idiopathische bzw. symptomatische Parkinsonsyndrom und die Epilepsie, die gehäuft mit psychiatrischen Störungen assoziiert sind, berücksichtigt werden. Es ist ausdrücklicher Wunsch der Referenten, dass ein reger Informationsaustausch mit den Kursteilnehmern, zu denen in den vorangegangenen Workshops Assistenzärzte in Ausbildung, aber auch niedergelassene und im Krankenhaus tätige Fachärzte gehörten, stattfindet. Gerne können auch eigene Fälle mitgebracht und gemeinsam diskutiert werden.

WS 143 Mehr Methodenvielfalt in der Psychotherapie – wirksame Techniken aus CBASP, ACT und DBT störungsübergreifend nutzen

Vorsitz: Christoph Richter, Anne Guhn, Maria Kensche

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Abstract: Für die individuelle Therapiegestaltung eröffnen moderne verhaltenstherapeutische Verfahren vielfältige Möglichkeiten. Gemeinsam ist ihnen, dass sie als Fertigkeitentraining angelegt sind. Die Fertigkeiten, die jeweils trainiert werden, sind jedoch sehr unterschiedlich. Konzentrieren sich die Akzeptanz und Commitmenttherapie (ACT) und die Dialektisch Behaviorale Therapie (DBT) vor allem auf intra- und extrapsychische Prozesse des Patienten, beschäftigt sich das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) schwerpunktmäßig mit dem interpersonellen Kontext. Dieser Workshop vermittelt einen lebendigen Eindruck, wie einzelne Methoden aus der ACT, dem CBASP und der DBT geschickt eingesetzt werden können, um schwierige Therapiesitzungen zu meistern (z.B. Non-Compliance, schwierige Patienten-Therapeuten-Beziehung, Suizidalität, Selbstverletzung). Dabei werden diese Verfahren sowohl im Einzelnen vorgestellt als auch praxisnah demonstriert. Neben der Möglichkeit, konkrete Patientenfälle zu diskutieren, werden alle Teilnehmer*innen vielfältige Anregungen erhalten, wie sie ihre psychotherapeutische Arbeit zukünftig noch effektiver gestalten können.

Zielgruppe: Ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Studierende der entsprechenden Fachrichtungen, Psychologen (Diplom/Master)

Didaktische Methoden: Kurzvorträge, Gesprächsdemonstrationen, interaktive Rollenspiele, erlebnisorientierte Übungen, Austausch und Reflexion

Ziel: Selbsterleben und Erweiterung der eigenen Methodenvielfalt

Literatur: Hayes SC & Lillis J (2014) Acceptance and commitment therapy processes. In G. VandenBos, E. Meidenbauer, & J. Frank-McNeil (Eds.) (2014). Psychotherapy theories and techniques: A reader (pp. 11-17). Washington, DC: American Psychological Association
McCullough J.P (2000) Treatment for Chronic Depression. Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy. New York: Guilford Press
Linehan M (2014) DBT Skills Training Manual. New York: Guilford Press

WS 144 Warum denn einfach, wenn es auch komplex geht – systemische Therapie in Psychiatrischen Institutsambulanzen

Vorsitz: Bettina Wilms

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Abstract: Die Arbeit in Psychiatrischen Institutsambulanzen erfordert die Kooperation aller beteiligter Berufsgruppen mit ihren spezifischen Ausbildungsgängen und Kenntnissen sowie die Passung der jeweiligen Menschen im therapeutischen Team. Ziel ist eine flexible und personenzentrierte ambulante Behandlung mit den Mitteln des Krankenhauses für Menschen mit chronisch verlaufenden psychischen Störungen und/ oder in akuten psychischen Krisen. Die wertschätzende lösungsorientierte Haltung der Systemischen Therapie in Kombination mit den spezifischen Techniken in der Arbeit mit und in komplexen Systemen ermöglicht in diesem Umfeld Veränderungen und Entwicklungen für die Betroffenen, ihre Angehörigen und relevante Bezugspersonen, die so nur schwer oder gar nicht durch individualpsychologische Verfahren in die Wege geleitet und erzielt werden können. Im Workshop werden Grundlagen der Systemischen Therapie in der psychiatrisch institutsambulanten Arbeit für Mitarbeitende unterschiedlicher Berufsgruppen vermittelt. Aktuelle Themen aus der Alltagspraxis der Teilnehmer werden mit diesen methodischen Aspekten verknüpft und in einen erweiterten Kontext gestellt. Für die Zeit nach dem Kongress werden wir konkrete Handlungsschritte erarbeiten, die die Teilnehmer mit einfachen Mitteln umsetzen können.

Zielgruppe: Mitarbeitende unterschiedlicher Berufsgruppen in multiprofessionellen PIA-Teams

WS 145 Existenzielle Themen in der Gruppenpsychotherapie u. a. mit Geflüchteten – Abschied, Trauer, Schuld und Einsamkeit

Vorsitz: Isgard Ohls, Peter Kaiser

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Abstract: Die Konfrontation mit existentiellen Fragen, Werten und Einstellungen hat vor dem Hintergrund unterschiedlicher soziokultureller Traditionen zu einem Einzug dieser Themen in die psychotherapeutische Praxis geführt. Eine zunehmend kultur-, religions- und migrationssensible Psychotherapie prägt den therapeutischen Alltag in Deutschland. Dieser vom Referat „Spiritualität und Religiosität in der Psychiatrie“ organisierte Workshop möchte existentielle Themen exemplarisch an Abschied, Trauer, Schuld und Einsamkeit, aber auch Hoffnung als besonderer Ressource in Bezug zu Psychiatrie und Psychotherapie aus literarisch-philosophischer, künstlerischer, religiöser (Islam, Judentum, Christentum, Buddhismus, Hinduismus, chinesische Religionen) sowie einer konfessionslos-atheistischen Perspektive vorstellen und gemeinsam mit den TeilnehmerInnen und ihren jeweiligen weltanschaulichen Hintergründen diskutieren. Die klinischen Erfahrungen der TherapeutInnen wie die existentiellen Schicksalsschläge von KlientInnen treffen hier aufeinander und wollen gewürdigt werden.

Das Gespräch kann sich an folgenden 3 Leitfragen orientieren: 1. Wie beeinflusst die eigene religiöse Grundeinstellung den Umgang mit existentiellen Themen im spezifischen Kontakt des therapeutischen Settings?
2. Welche Hilfen bieten kulturell-religiöse Traditionen speziell für Geflüchtete im gruppentherapeutischen Behandlungssetting?
3. Welche Probleme können aus der Interaktion zwischen Therapeut und Klient bei unterschiedlichem weltanschaulichem Hintergrund im Gruppenprozess entstehen? Wie können jene professionell bewältigt werden? Aufgrund der Ergebnisse religionswissenschaftlicher Forschung können Gemeinsamkeiten, Unterschiede, Impulse und Perspektiven für die therapeutische Praxis u.a. unter den oben genannten 3 Leitfragen zur Sprache kommen. Die Referenten gehen davon aus, dass Wissen über den weltanschaulichen Hintergrund des Klienten die Kompetenz im Umgang mit diesen Themen im Rahmen der Psychotherapie gewinnbringend verbessern kann. Der Workshop möchte zudem den Dialog der TeilnehmerInnen bis hin zur Selbstreflexion über die eigene Wertorientierung, auch in religiös-kultureller Hinsicht anregen und als individuelle Ressource nutzbar machen. Werden Wissenswertes und Fallstricke im kultur- und religionssensiblen gruppentherapeutischen Umgang u. a. mit Geflüchteten in den Fokus gerückt, so kann eine Art „erweiterte Feldkompetenz“ für alltägliches therapeutisches Handeln speziell im Umgang mit existentiellen Themen in einer zunehmend globalisierten Welt mit diversen Weltanschauungen entstehen.

WS 146 Grundlagen der Liquordiagnostik, Schwerpunkt psychiatrische Diagnostik

Vorsitz: Manfred Uhr, Peter Lange

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Abstract: In diesem Workshop werden Grundlagen der Liquordiagnostik dargestellt. Indikation, Präanalytik von der Liquorpunktion bis zu Versand, Blutbeimengung etc. werden besprochen. Auf die Bedeutung der Multiparameteranalytik und methodische Aspekte wird hingewiesen. Ferner ist der integrierte Gesamtbefund mit technische und medizinischer Plausibilitätsprüfung und medizinischer Befundsbedeutung insbesondere für psychiatrische Patienten Teil des Kurses. Zum Abschluss werden Befundungsübungen mit den Teilnehmern durchgeführt.

10:15 Uhr–12:15 Uhr

WS 147 Mein gutes Recht – Arbeitsrecht für angestellte Ärzte

Vorsitz: Christian Twardy, Anna Westermair

kostenfreier Workshop

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Abstract : Wir Psychiater sind ziemlich gut darin, uns um Andere zu kümmern. Nur wir selbst bleiben dabei manchmal auf der Strecke. Arbeitsverdichtung, Gewinnerwartung, Personalmangel – wir laufen Gefahr, uns zu überarbeiten. Die Arbeitsgesetze sollen uns davor schützen, aber die meisten von uns kennen sich damit nicht aus. Genau hier setzt dieser Workshop für angestellte Ärzte an: Nach wie vielen Stunden muss endgültig Feierabend sein? Müssen wir auch gegen unseren Willen Überstunden machen? Und haben wir dann wenigstens einen Anspruch auf Ausbezahlung oder Freizeitausgleich? Können wir eine objektive Arbeitszeiterfassung verlangen? Wenn wir wegen Krankheit keine Bereitschaftsdienste machen können, verdienen wir dann auch weniger? Und wenn der Kollege krank wird, müssen wir dann automatisch unsere Wochenendpläne kippen? Christian Twardy wird zunächst einen Überblick über die aktuelle Rechtslage in diesen Themengebieten geben und im Anschluss für Fragen und Diskussion zur Verfügung stehen. Es ist unser gutes Recht!

15:30–19:30 Uhr

WS 148 Praxisrelevante unerwünschte Arzneimittelwirkungen – Erkennung und Umgang – Daten aus AMSP

Vorsitz: Stefan Bleich, Jessica Baumgärtner, Anastasios Konstantinidis, Alexandra Neyazi, Susanne Stübner, Sermin Toto

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Abstract: Eine wirksame und verträgliche Psychopharmakotherapie ist wesentlicher Bestandteil einer guten psychiatrischen Behandlung. Eine besondere Herausforderung stellt dabei immer wieder der Umgang mit unerwünschten Arzneimittelwirkungen dar, woran sie zu erkennen sind, wie sie vermieden werden können und wie im Falle eines Auftretens am besten reagiert werden sollte. Das multizentrische Projekt Arzneimittelsicherheit in der Psychiatrie (AMSP) e.V. beschäftigt sich bereits seit 1993 mit der Erfassung, Einordnung und Auswertung von UAW und der Anwendungspraxis von Psychopharmaka unter naturalistischen klinischen Bedingungen. Im Workshop sollen Auswertungen aus dem Projekt zu aktuellen arzneimittelsicherheitsrelevanten Themen - z. B. zu Anwendungsspezifika bei schizoprhenen Patienten, zu schweren motorischen UAW und zu pharmakokinetischen und pharmakodynamischen Interaktionen – sowie besonders eindrückliche und klinisch relevante Fälle vorgestellt werden. Diese Impulse sollen als Grundlage für eine intensive Auseinandersetzung mit der Thematik dienen, und mit allen Teilnehmern eine aktive Diskussion initiieren, welche gerne auch durch eigene Fragen und Berichte erweitert werden kann.

Zielgruppe: An praktischer Psychopharmakotherapie interessierte Kollegen

Didaktische Methode: Kurze Impulsvorträge, Fallvorstellungen, gemeinsame Diskussion

WS 149 Diagnostik und Therapie dissoziativer Identitätsstörungen

Vorsitz: Gustav Wirtz, Ursula Gast

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Abstract: Die Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) bzw. Multiplen Persönlichkeitsstörung gilt als Traumafolgestörung aufgrund schwerer Kindesmisshandlung. Mit Prävalenzschätzungen von 0,5–1% in der Bevölkerung und 5 % in psychiatrischen Populationen ist sie zudem eine häufige Erkrankung. Inzwischen liegen gute Behandlungsmöglichkeiten vor, wodurch der frühzeitigen Diagnostik der DIS eine besondere Bedeutung zukommt. Da diese Diagnose jedoch bislang nur zögerlich gestellt wird, hat dies Nicht- oder Fehlbehandlung zur Folge. Der State-of-the-Art-Workshop will für das Störungsbild der DIS sensibilisieren und aktuelle Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten vorstellen.

Im Workshop werden Kriterien vorgestellt, anhand derer eine größere Sicherheit in der Diagnosestellung der DIS und der anderen Dissoziativen Störungen erreicht werden kann. Darüber hinaus werden Faktoren dargestellt, welche das Erkennen der Erkrankung erschweren. Neben störungsimmanenten Aspekten (mangelndes Vertrauen in Beziehungen, fehlendes Bewusstsein für die eigene Symptomatik) wird beschrieben, dass auch Fehlvorstellungen und professionelle Skepsis die Diagnose erschweren, zumal viele Therapeuten von einem floriden und dramatischen Erscheinungsbild ausgehen. Es wird gezeigt, dass es sich viel häufiger um ein eher diskretes dissoziatives Symptomspektrum handelt, dass von einer polysymptomatischen Mischung aus komorbiden PTBS - und nicht Trauma bezogenen Symptomen überlagert wird.

Zudem wird ein Überblick über das phasenorientiere Vorgehen gegeben, dass sich an den sonstigen Standards zur Behandlung komplexer PTBS orientiert. Darüber hinaus werden störungsspezifische Interventionstechniken vorgestellt, die darauf abzielen, die dissoziativen Symptome zu überwinden. Insbesondere wird gezeigt, wie die aktive Einbeziehung dissoziierter Persönlichkeitsanteile genutzt werden kann, um spezifische und oft gravierende Einschränkungen (wie z. B. Suizidalität, schwere Angstsymptome, Selbstverletzungen) zu überwinden.

Arbeitsgrundlage des Workshops sind die Expertenempfehlung für die Behandlung der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) bei Erwachsenen der International Society for the Study of Trauma and Dissociation (Chu et al. 2011; Gast und Wirtz (Hrsg.) 2016)

Ziel des Workshops ist es, anhand klinischer Beispiele und anhand der Expertenempfehlung in das Konzept der dissoziativen Identitätsstörung einzuführen, ein strukturiertes diagnostisches Vorgehen zu erarbeiten und Behandlungsmöglichkeiten und –standards vorzustellen.

Zielgruppe: Alle Berufsgruppen, die mit traumatisierten Patienten arbeiten und/oder mit psychoseähnlichen und dissoziativen Symptomen konfrontiert sind. So vor allem Psychiater/innen, ärztliche und psychologischen Psychotherapeut/innen, Sozialarbeiter/innen und Pflegekräfte

Didaktische Methode: Einsatz von Power-Point-Präsentationen zu Themen des diagnostischen und therapeutischen Vorgehens., Fallbeispiele (Fallvignetten und Videobeispiele), Diskussion von Fallbeispielen der Teilnehmer, auch anhand von Rollenspielen

WS 150 Sichere und effektive Psychopharmakotherapie – was man zu Indikationen, Interaktionen, Nebenwirkungen und genetischen Polymorphismen wissen muss

Vorsitz: Sibylle C. Roll, Martina Hahn

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Abstract: Die Arzneimitteltherapie in der Psychiatrie wird zunehmend komplexer. Neben den Kontraindikationen für Arzneimittel, rote Hand Briefen und Warnhinweisen, gilt es aber auch andere Faktoren bei der Wirkstoffauswahl zu berücksichtigen. Vor allem im Hinblick auf die demographische Entwicklung mit zunehmend alternder Gesellschaft werden wir mit zahlreichen multimorbiden, polypharmazeutisch behandelten Patienten konfrontiert. Unbeachtete oder nicht bekannte Wechselwirkungen können zu einer Vielzahl von Komplikationen führen, die nicht nur die Gesundheit des Patienten gefährden, sondern auch volkswirtschaftlich von Relevanz sein können. Hier ist im Sinne der Arzneimitteltherapiesicherheit nicht nur die detaillierte Kenntnis über Indikationen und Zulassungen, sondern auch eine besonders sorgfältige Auswahl ggf. unter Einbeziehung genetischer Faktoren eines geeigneten Medikamentes mit geringem Wechselwirkungspotential erforderlich. Wo liegen aber die Unterschiede der Wirkstoffe, wie kann man durch geeignetes Monitoring die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöhen? Wie wähle ich interaktionsfreie Kombinationen? Sowohl pharmakodynamische als auch pharmakokinetische Eigenschaften der Wirkstoffe sollen dabei am Beispiel der Antidepressiva und Antipsychotika vergleichend dargestellt werden. Des Weiteren werden die Indikationsgebiete, der durch randomisierte placebokontrollierte Studien nachgewiesenen positiven Effekte von off- label-use in begründeten Fällen besprochen. An Fallbeispielen soll dieses Wissen vertieft werden. Aber auch hinsichtlich Wirksamkeit sollen die Arzneimittel bei verschiedenen Indikationen vergleichend dargestellt werden: evidenzbasierte Pharmakotherapie und pharmakogenetische Befunde um das Outcome des Patienten zu verbessern. Auch dies soll an Fallbeispielen geübt werden. Es dürfen dazu eigene Fälle mitgebracht werden. Nicht zuletzt soll der Workshop auch darstellen, wie Ärzte und Apotheker interdisziplinär nach dem „Eichberger Modell“ zusammenarbeiten können, um die Arzneimitteltherapiesicherheit zu erhöhen. Der Workshop soll einen Überblick über Psychopharmaka, deren Indikationsgebiete, Wirk- und Nebenwirkungsspektren sowie Interaktionen und Pharmakogenetik bieten und den Teilnehmern mehr Sicherheit bei der Auswahl und dem Einsatz der Medikamente für den individuellen Patienten vermitteln.

Zielgruppe: Assistenzärzte, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie

Didaktische Methode: interaktiver Workshop mit Vortrag und Bearbeitung von Fallbeispielen in der Gruppe

WS 151 Was kann daran schon schwierig sein? Grundlagen und Fallstricke der ärztlichen Gesprächsführung im psychiatrischen Alltag

Vorsitz: Burkhard Matzke

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Abstract: Psychische Erkrankungen gehen grundsätzlich mit Veränderungen des Selbst- und Umwelterlebens einher. Sie sind geprägt durch den Verlust des Selbstverständlichen der Existenz. Der psychisch erkrankte Mensch ist die aus seiner Selbstvergessenheit herausgefallene Existenz. Menschen die etwa an einer schweren affektiven Störung, Demenz oder einer Schizophrenie erkrankt sind befinden sich in einer Auflösung aus dem selbstvergessenen Mitsein mit dem Anderen. Hierdurch wird der Kommunikationsprozess auch in der Patient-Arzt-Beziehung nachhaltig beeinflusst, da sich die wechselseitigen Bedeutungszuschreibungen und Erwartungshorizonte nicht mehr selbstverständlich einem dialogischen Rückkopplungsprozess als flexibel und anschlussfähig erweisen (Schweitzer und Schlippe 2013).

Für jedes ärztliche Tun gilt es einerseits, den erkrankten Menschen in seiner Krankheit zu erfassen, und somit als Fall einer Komplexitätsreduktion zu unterziehen und sich ihn andererseits zugleich in seinem Kranksein verstehend anzunähern, ihn somit als Person und nicht als Fall zu behandeln (Gadamer 1996).

Allein diese beiden Überlegungen haben für die Gestaltung der Patient-Arzt Beziehung und der damit einhergehenden kommunikativen Prozesse bestimmende Auswirkungen, da es eben nicht allein darum geht freundlich und zugewandt im Kontakt zu dem psychisch erkrankten Menschen zu sein. Vielmehr geht es darum, eine verstehende Annäherung an die motivationalen Bedingungen des Patienten und Konstruktion einer gemeinsamen und anschlussfähigen Wirklichkeit im Rahmen der Gesprächsführung zu ermöglichen. Dies findet sich u.a. in dem Konzept der motivorientierten und komplementären Beziehungsgestaltung wieder. Die Gestaltung der Kommunikation und der therapeutischen Beziehung berücksichtigt hierbei, dass der Patient Orientierung und Kontrolle, Freude und Wohlbefinden, gelungene Bindung und Selbstwerterhöhung erfahren kann (Caspar 2007). Faktoren der therapeutischen Beziehungsgestaltung wie Empathie, Allianz, Kongruenz und Zielkonsens nehmen auf das Therapieergebnis größeren Einfluss als störungsspezifische Interventionen oder Aspekte der Methodenadhärenz (Wambold und Serlin 2014; Munder et al. 2013).

Der Workshop wendet sich konkreten Interventionen zu, die geeignet sind, den Aufbau der therapeutischen Beziehung im akutpsychiatrischen Kontext zu befördern. Hierzu werden anhand von Situationen aus dem klinischen Alltag Modelle und Interventionen demonstriert und mit den Teilnehmern geübt. Die Teilnehmer des Workshops sind eingeladen, konkrete Situationen aus dem eigenen klinischen Alltag in den Workshop mit einzubringen.

Didaktische Methoden: Präsentation, Kleingruppenarbeit, Diskurs, Demonstrationen, Übungen und Handout

Literatur: Caspar (2007) Motivorientierte Beziehungsgestaltung. Konzept, Voraussetzungen bei den Patienten und Auswirkungen auf Prozess und Ergebnisse. In: Hermer, M Röhrle, B (Hrsg.) Handbuch der therapeutischen Beziehung. Dgvt, Tübingen
Gadamer, HG (1996) Über die Verborgenheit der Gesundheit, 4. Auflage Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main
Munder et al. (2013) Researcher allegiance in psychotherapy outcome research: a overview of reviews. Clinical psychological Review 33 (4), 501-511
Schweitzer J, Schlippe Av (2013) Lehrbuch der systemischen Therapie und Beratung I. Das Grundlagenwissen, 2nd edn. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen
Wambold B.E. & Serlin R.C. (2014) Meta analytic methods to test relative efficacy. Quality and Quantity 48, 755-765

WS 152 Schlafmedizin für Psychiater und Psychotherapeuten

Vorsitz: Jens Acker, Kneginja Richter

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Abstract: Schlafstörungen weisen hohe Prävalenzen von bis zu 30 % auf und treten komorbid mit einer Reihe von somatischen ( z. B. Schmerz) und psychiatrischen Beschwerden auf (z. B. Depression). Grundkenntnisse in der schlafmedizinischen Differenzialdiagnostik sind deswegen von großer klinischer Bedeutung.

Methode:
Teil 1 – Diagnostik: Orientiert an den Leitsymptomen Ein- und Durchschlafstörung, gestörte nächtliche Motorik und gestörte nächtliche Atmung wird ein Überblick über die gezielte Anamneseerhebung und Differenzialdiagnostik gegeben. Hierbei werden die wesentlichen neurologischen, psychiatrischen und internistischen Erkrankungen berücksichtigt. Abklärungsempfehlungen werden anhand von Fallvignetten erarbeitet.
Teil 2 – Therapie: Kognitiv-behaviorale Therapieverfahren haben in den letzten 15 Jahren bei den häufig vorkommenden Insomnie-Formen eine gute Wirksamkeit gezeigt. Ambulant durchführbare Therapieoptionen werden aus Sicht des niedergelassenen Behandlers vorgestellt, das Vorgehen bei stationärer kognitiv-behavioraler Insomnie-Therapie aus der Sicht des Klinikers. Darüber hinaus werden die Therapieoptionen bei Restless-Legs-Syndrom,
Störung der zirkadianen Rhythmik und Hypersomnie anhand von klinischen Fällen diskutiert.

Ergebnisse: Der 1-Tages-Workshop soll einen Überblick über die wesentlichen zur Verfügung stehenden Abklärungsschritte bei Schlafstörungen geben und zu einer an aktuellen therapeutischen Erkenntnissen orientierten Basisversorgung befähigen.

Literatur: 
1 Ohayon MM. Epidemiological Overview of sleep Disorders in the General Population. Sleep Med Res 2011; 2: 1–9. doi:10.17241/smr.2011.2.1.1.
2 Ohayon MM. Epidemiology of insomnia: what we know and what we still need to learn. Sleep Med Rev 2002; 6: 97–111.
3 Perlis ML, Aloia M, Kuhn BR. Behavioral treatments for sleep disorders. A comprehensive primer of behavioral sleep medicine interventions. Amsterdam, Boston: Academic, 2011.
4 Crönlein T. Primäre Insomnie: ein Gruppentherapieprogramm für den stationären Bereich: Hogrefe Verlag, 2013.
5 Trenkwalder C, Benes H, Hornyak M. Restless Legs Syndrom (RLS) and Periodic Limb Movement Disorder (PLMD), Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie 2012.
6 Cajochen C. Chronobiologie: Licht-und Wachtherapie bei psychiatrischen Erkrankungen. Lege artis-Das Magazin zur ärztlichen Weiterbildung 2013; 3.
7 Morgenthaler TI, Kapur VK, Brown T, et al. Practice parameters for the treatment of narcolepsy and other hypersomnias of central origin. Sleep 2007; 30: 1705–11.

WS 153 Hypnotherapie in Psychiatrie und Psychotherapie

Vorsitz: Matthias Nörtemann 

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Abstract:  Hypnotherapie wirkt als wissenschaftlich anerkanntes Verfahren nicht nur bei der Raucherentwöhnung oder in der Schmerztherapie, sondern lässt sich auch vielseitig in den Stationsalltag einer psychiatrischen Allgemeinstation oder in die ambulante Patientenversorgung integrieren. Zusätzlich zu den Techniken der klassischen Hypnose arbeitet die Erickson‘sche Hypnotherapie auch mit Therapieprinzipien, die auf den ersten Blick nur wenig mit „Hypnose“ zu tun zu haben scheinen. Kenntnisse dieser Prinzipien können im normalen Patientengespräch wie auch gerade in Krisensituationen den entscheidenden Unterschied machen und insbesondere die Arbeit mit „schwierigen“ Patienten erleichtern. Und wenn Sie bereits mit imaginativen Techniken arbeiten, sei es bei der Imagination eines sicheren Ortes oder den imaginativen Techniken der Schematherapie, dann kann ein solides Grundwissen zur Hypnotherapie Ihnen zu einem vertieften Verständnis verhelfen, wenn die Therapie mal nicht so läuft wie geplant. In diesem Kurs möchte ich mit Ihnen wichtige Grundprinzipien der klassischen wie auch der Erickson’schen Hypnotherapie erarbeiten, demonstrieren und üben. Dabei werden Sie Therapieprinzipien kennenlernen werden, die man bereits als „Einsteiger“ gut in den Arbeitsalltag integrieren kann.

Zielgruppe: Der Workshop ist offen für alle Interessierten, die therapeutisch mit Patienten arbeiten.

Didaktische Methode: Interaktiver Vortrag, Demonstration, Übungen.

WS 154 Begutachtung von Sexualstraftätern

Vorsitz: Nahlah Saimeh

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Abstract: Auftrag der Forensischen Psychiatrie ist die Besserung und Sicherung psychisch kranker Straftäter, die infolge einer psychischen Erkrankung oder schweren psychischen Störung Straftaten im Zustand erheblich verminderter Schuldfähigkeit oder Schuldunfähigkeit begangen haben. Neben der psychiatrischen und psychotherapeutischen bzw. kriminaltherapeutischen Behandlung spielt auch die Sachverständigentätigkeit für Forensische Psychiater eine große Rolle. Zum Einen benötigt das erkennende Gericht für eine Einweisung eines Delinquenten in die Forensische Psychiatrie ein psychiatrisches oder psychologisches Gutachten zur Schuldfähigkeit, zum Anderen sind forensische Psychiater und Psychologen mit der Erstellung von sog. Prognosegutachten befasst, also mit Gutachten, die der Frage nachgehen, ob ein Patient in der Forensik oder ein Straftäter im Justizvollzug bei Lockerungen oder Entlassung noch Straftaten begehen wird, wenn ja welche und wie hoch die Wahrscheinlichkeit dafür ist. Sexualstraftaten sind jedoch keine "Krankheit", sondern ein Normenverstoß. "Sexualstraftäter" ist auch keine Diagnose. Welchen Blick hat die Forensische Psychiatrie auf diesen Deliktbereich, wie unterscheiden sich die Täter, welche Besonderheiten entscheiden über volle oder eingeschränkte Schuldfähigkeit und was ist wichtig bei der Erstellung eines legalprognostischen Profils?

WS 155 CBASP: Persönliche Gestaltung der therapeutischen Beziehung als Veränderungsstrategie bei Patienten mit chronischer Depression

Vorsitz: Jan Philipp Klein

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Abstract: Chronische Depressionen beginnen häufig vor dem 21. Lebensjahr und sind oftmals Folge von traumatischen zwischenmenschlichen Erfahrungen. Infolge dieser Erfahrungen zeigen Patienten mit chronischer Depression ein tiefgreifendes Muster von Vermeidung zwischenmenschlicher Beziehungen. Ihr Denken dreht sich um sie selbst und ihre eigene Sicht der Welt (Wahrnehmungsentkoppelung). Die Verhaltenstherapie chronischer Depressionen erfordert daher interpersonelle Strategien, die im Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) auf innovative Art mit verhaltenstherapeutischen Techniken kombiniert werden. Mittlerweile belegen mehrere kontrollierte Studien die Wirksamkeit des CBASP. In diesem Kurs wird ausgehend von den eigenen Erfahrungen der Teilnehmer mit ihren chronisch depressiven Patienten das Krankheitsmodell der chronischen Depression interaktiv erarbeitet. Der Fokus der darauffolgenden Rollenspiele liegt auf der persönlichen Gestaltung der therapeutischen Beziehung (disciplined personal involvement – DPI). Diese CBASP-Technik ist von besonderer Bedeutung zu Beginn der Behandlung und in schwierigen Situationen im Laufe der Therapie. Die Teilnehmer des Workshops lernen, wie die Beziehungsgestaltung in diesen Situationen genutzt werden kann, um den Patienten aus dem Kreis, in dem sie gefangen sind, zu befreien. Auf diese Weise werden sie in die Lage versetzt, therapeutische Fortschritte mit anderen Techniken des CBASP (vor allem der Situationsanalyse) zu machen.

Zielgruppe: Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten mit Erfahrungen in der Verhaltenstherapie chronischer Depression.

Didaktische Methode: kurzer interaktiver Vortrag, Demonstration sowie Einübung der CBASP-Techniken zur diszipliniert persönlichen Gestaltung der therapeutischen Beziehung in Rollenspielen. Als Grundlage für die Rollenspiele können gerne eigene Fallbeispiel der Teilnehmer dienen. Handout: http://j.mp/CBASP

Literatur: (1) McCullough, J. P. (2011). Therapeutische Beziehung und die Behandlung chronischer Depressionen. Heidelberg: Springer. (2) Klein, JP and Belz, M. Psychotherapie Chronischer Depression. Praxisleitfaden CBASP. Göttingen: Hogrefe, 2014

WS 156 Arbeitsstress-bedingte Depressionen: praktische Anwendung eines spezifischen, evidenzbasierten Therapieprogramms

Vorsitz: Elisabeth Schramm

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Abstract: Vor dem Hintergrund des Wandels der Arbeitswelt wurde in den letzten Jahren eine Zunahme depressiver Erkrankungen am Arbeitsplatz festgestellt. Arbeitsbezogene Belastungen werden von den Betroffenen als die Hauptursache für depressive Störungen genannt. Dabei spielen insbesondere eine hohe Arbeitsbelastung, geringe soziale Unterstützung, Konflikte am Arbeitsplatz, geringer Entscheidungsspielraum und Gratifikationskrisen eine Rolle. Ausgehend von der Tatsache, dass Arbeit üblicherweise in einem interpersonellen Kontext stattfindet, wurde im Rahmen des Konzeptes der Interpersonellen Psychotherapie (IPT) ein spezifisches arbeitsstress-bezogenes Gruppenprogramm entwickelt und evaluiert. Das Programm fokussiert auf belastende Veränderungen (z. B. Chefwechsel), zwischen-menschliche Konflikte (z. B. Mobbing) und sozialen Rollenstress (z. B. Kollege und Vorgesetzter in einer Person) im Arbeitsbereich, aber auch auf die Reduzierung der äußeren stressbehafteten Arbeitsbedingungen. Im Rahmen der Therapie werden die individuellen Arbeitsbelastungsfaktoren erarbeitet sowie persönliche Dysbalancen (z. B. Arbeitseinsatz und Wertschätzung in der Arbeit) ermittelt und mit Hilfe verbesserter interpersoneller Kompetenzen verändert. Gemeinsam sollen in der Gruppe Strategien erworben werden, um mehr Balance zwischen Alltag und der Arbeit zu finden und eine werteorientierte Lebensweise am Arbeitsplatz zu verfolgen. Die IPT bewährte sich zur Behandlung arbeitsstress-bedingter depressiver Störungen in ersten Untersuchungen als eine geeignete Methode. Der Workshop ist ausschließlich praxisbezogen (Video- und Falldemonstrationen, Übungen, Rollenspiele) und ermöglicht den sofortigen Einsatz einzelner Elemente.

WS 157 Psychische Störungen bei Menschen mit geistiger Behinderung – Differentialdiagnostik und Therapie

Vorsitz: Brian Fergus Barrett

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Abstract: Sogenannte Verhaltensauffälligkeiten sind der häufigste Grund für eine psychiatrische Vorstellung von Menschen mit geistiger Behinderung (MmgB). Eine psychiatrische Exploration gestaltet sich dabei aufgrund der eingeschränkten sprachlichen Fertigkeiten meist schwierig. Nicht selten präsentieren sich psychische Störungen auch in atypischer Manier. Und obwohl in ihrer Prävalenz gegenüber der Normalbevölkerung erhöht, sind psychische Störungen im engeren Sinne bei MmgB oft gar nicht die Ursache von Verhaltensauffälligkeiten. Diese können auch in autistischen Störungen, genetischen Syndromen, einem niedrigen sozio-emotionalen Entwicklungsniveau (SEO) oder schlicht körperlichen Beschwerden begründet sein. Dieser Workshop soll die Teilnehmer anhand nachvollziehbarer Algorithmen und im klinischen Alltag anwendbarer Assessments in die Differentialdiagnostik von Verhaltensauffälligkeiten und psychischen Störungen bei MmgB einführen. Auch die Besonderheiten der Therapie bei MmgB sollen dargestellt werden.

WS 158 Metakognitives Training (MKT) und MKT+ für Patienten mit Schizophrenie

Vorsitz: Ruth Veckenstedt, Francesca Bohn

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Abstract: Psychotherapie gewinnt bei der Behandlung von Menschen mit Psychosen zunehmende Bedeutung und wird mittlerweile auch durch die Behandlungsrichtlinien der DGPPN empfohlen. Das von unserer Arbeitsgruppe entwickelte Metakognitive Training für Patienten mit Schizophrenie (MKT) findet sich ebenfalls in den Behandlungsempfehlungen von Fachgesellschaften wie der DGPs für die Behandlung der Schizophrenie. Ziel des MKT ist es, Denkverzerrungen zu reflektieren (Meta-Ebene), die bei Patienten mit Schizophrenie mit der Entstehung und Aufrechterhaltung von Wahn in Verbindung gebracht wurden (z.B. voreiliges Schlussfolgern, Überkonfidenz, Unkorrigierbarkeit und Schwierigkeiten beim Einfühlen). Ziel des aus zehn Modulen bestehenden MKT ist es, das Bewusstsein für die kognitiven und metakognitiven Auffälligkeiten bei den Betroffenen zu schärfen. Den Patienten werden die vielfältigen negativen Folgen der kognitiven Tendenzen durch spielerische Aufgaben erfahrbar gemacht und deren mögliche Konsequenzen für die Entstehung und Aufrechterhaltung der Symptomatik verdeutlicht. Darüber hinaus werden auch die Themen Depression und Selbstwert mit typischen Denkverzerrungen thematisiert, da viele Patienten hier einen klaren Behandlungswunsch äußern und affektive Störungen bei Psychose sehr prävalent sind. Das MKT ist niedrigschwellig, leicht zu implementieren und verfolgt über die Behandlung von Denkverzerrungen einen „Hintertüransatz“. Herr Prof. Moritz wurde 2010 für das MKT mit dem Psychotherapiepreis der DGPPN ausgezeichnet. Als Weiterentwicklung aus dem Gruppentraining entstand das individualisierte Metakognitive Therapieprogramm für Menschen mit Psychose (MKT+), welches zusätzlich Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie aufgreift und eine Behandlung individueller Probleme und Wahnüberzeugungen erlaubt. Zwei aktuelle Meta-Analysen zeigen (Eichner & Berna, 2016, Schizophrenia Bulletin; Liu et al., 2018, Worldviews on Evidence-Based Nursing), dass das Training signifikante Effekte auf Wahn und Positivsymptomatik allgemein ausübt. Die Akzeptanz des Trainings bei den Patienten erreicht sogar eine hohe Effektstärke. Neuere Studien lassen darauf schließen, dass der Ansatz auch über den Interventionszeitraum hinaus psychotische Symptome reduziert. Der 1-tägige Workshop gibt eine praxisnahe Einführung in das Metakognitive Gruppentraining und MKT+, die es Ihnen ermöglicht, dass Training selbst durchzuführen. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

WS 159 Elektrokonvulsionstherapie kompakt – für Einweiser und Anwender

Vorsitz: Michael Grözinger, Jan Di Pauli, Andreas Conca, Thomas Nickl-Jockschat

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Abstract:  Der 1-Tages-Workshop „Elektrokonvulsionstherapie kompakt – für Einweiser und Anwender“ wird Ihnen eine Übersicht über alle wesentlichen Aspekte des Therapieverfahrens vermitteln. Besonderen Schwerpunkt werden wir auf praxisrelevante Themen legen. Zentrale Themen werden sein: Historie, internationale Aspekte der Methode, Aufklärung, Indikation, Durchführung, Sicherheits- und Nebenwirkungsprofil, besondere Patientengruppen, Kombination mit anderen Therapieverfahren, rechtliche Grundlagen. Gerne können Sie uns im Vorhinein ergänzende Themenwünsche zusenden: mgroezinger@ukaachen.de

Didaktische Methode: Neben unserem Unterrichtsplan legen wir großen Wert auf Interaktivität und beantworten gerne Fragen der Teilnehmer. Bei der Darstellung der Durchführung stützen wir uns auf ein Video. Ergänzend werden wir auf Möglichkeiten eingehen, auch über den Workshop hinaus Unterstützung bei Problemen zu erhalten, die sich in der Praxis ergeben. Wir freuen uns auf einen lebendigen Austausch.

WS 160 Wissenschaftliches Programmieren für Mediziner

Vorsitz: Immanuel Elbau, Dominic Dwyer, Philip Laserstein

Abstract: Wissenschaftliches Programmieren ist im Laufe der letzten Jahre zu einer der wichtigsten Fähigkeiten im Bereich der Neuro-/Kognitionswissenschaften und darüber hinaus geworden. Von der Bildgebung über die Genetik und molekularen Verfahren bis hin zur klinischer Prädiktionsforschung (vor allem im Bereich von „Big Data“) ist das wissenschaftliche Programmieren eine Grundvoraussetzung der Datenanalyse geworden. Gleichzeitig gibt es für Mediziner im Grunde keine entsprechende Ausbildung in den aktuellen Curricula und entsprechend bestehen Berührungsängste bzgl. des Erlernens einer Programmiersprache. Dies führt zu einem entscheidenden Wettbewerbsnachteil gegenüber jungen Wissenschaftlern mit einem Hintergrund in Ingenieurswissenschaften, Bioinformatik, Physik, aber auch Psychologie. Dieser 4-stündige Einführungsworkshop dient der Vermittlung der Wichtigkeit dieser Fähigkeit und soll gleichzeitig vermitteln, dass das Erlernen grundlegender Programmierfähigkeiten in einem relativ kurzen Zeitraum möglich ist. Der erste Teil des Workshops wird aus einem Vortrag über die Einsatzgebiete, den Stellenwert und den Möglichkeiten des wissenschaftlichen Programmierens bestehen sowie aus einer Einführung in grundlegende Prinzipien (Variablen Definition, Laden von Datensätzen, „for“ Schleifen, etc.). Ebenfalls soll ein kurzer Überblick über verschiedene Programmiersprachen gegeben werden. Daran schließt ein einfacher praktischer Teil an, während welcher die Teilnehmer am Beispiel der Programmiersprache Matlab (Mathworks) das Gelernte in einfacher Weise umsetzen können. Der praktische Teil soll vor allem dem Abbau von Berührungsängsten und der Erfahrung dienen, dass Programmieren kein Hexenwerk ist. Für den praktischen Teil sind Online-Übungen vorgesehen, bei denen online auf das Matlab interface zugegriffen wird.

Voraussetzungen: Die Teilnehmer werden gebeten, ihre eigenen Laptops mitzubringen.

Keine Vorkenntnisse erforderlich.

Zielgruppe: Medizinstudenten, Assistenzärzte, aber auch fortgeschrittene wissenschaftlich tätige Kollegen, die einen Einblick in das wissenschaftliche Programmieren erhalten möchten.

WS 161 Hirnleistung und Hirnleistungsstörungen im Alter

Vorsitz: Michael M. Ehrensperger, Stefan Bläsi, Andreas U. Monsch

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Abstract: Die Diagnostik von kognitiven Leistungsminderungen im Alter (Demenz, mild cognitive impairment (MCI) bzw. mild/major neurocognitive disorder) gewinnt angesichts der demographischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung. Es werden in diesem Workshop die normalen altersassoziierten Veränderungen der Kognition vorgestellt und darauf aufbauend die pathologischen Formen des kognitiven Alterns thematisiert. Ein kurzer Überblick über die Entwicklung der relevanten Diagnosekriterien und deren Anwendung soll die Grundlage für das Verständnis der diagnostischen Vorgehensweise liefern. Auf dem Hintergrund der Daten zum gesunden kognitiven Altern werden Fragen des „screenings“ bzw. des „case findings“ in der haus- und fachärztlichen Praxis erörtert. Darüber hinaus werden die Möglichkeiten der Diagnostik zur frühen Erfassung kognitiver Leistungsminderungen bei der Altersgruppe 50+ dargestellt. Die wesentlichsten Aspekte der Differentialdiagnostik von Hirnleistungsstörungen werden erörtert. Dabei wird neben der typischen Alzheimer Krankheit insbesondere auch auf deren atypische Varianten sowie weitere Demenzsyndrome (Parkinson-Demenz, Demenz mit Lewy Körperchen, Frontotemporale Demenz u.a.) eingegangen und in der gemeinsamen Diskussion vertieft. Der Workshop soll ein kompetentes Verständnis der Möglichkeiten und Herausforderungen der Diagnostik von Hirnleistungsstörungen erlauben.

Zielgruppe: Ärztliche und psychologische Fachpersonen, die mit der Beurteilung von Hirnleistungsstörungen im Alter befasst sind.

Didaktische Methoden: Vorträge, Diskussion

WS 162 Achtsamkeit – das Herz von Buddhas Lehre

Vorsitz: Ulrike Anderssen-Reuster

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Abstract: Achtsamkeitsbasierte Psychotherapieformen haben sich in den letzten Jahren sehr erfolgreich in verschiedenen Kontexten entwickelt. Dabei werden introspektive, meditative und auch imaginative Verfahren angewandt, die den Anspruch haben, geistige Prozesse zu beeinflussen und positive Geisteszustände zu kultivieren. Achtsamkeit ist im Rahmen der buddhistischen Lehre ein zentraler Begriff, dem wir uns im Seminar annähern wollen. Dabei soll die Bedeutung im Rahmen der buddhistischen Heilslehre von der säkularen Anwendung im klinischen Kontext differenziert werden.

Didaktische Methode: Im Seminar wird ein Überblick über die Grundlagen der buddhistischen Lehre vermittelt und einfache Meditationstechniken praktisch erprobt

WS 163 ADHS bei Abhängigkeitserkrankungen

Vorsitz: Mathias Luderer

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Abstract: Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist bei erwachsenen Patienten mit stoffgebundenen Abhängigkeitserkrankungen sehr häufig (ca. 15–20 %). Dabei stellen Diagnostik und Behandlung der komorbiden ADHS im suchttherapeutischen Setting oft eine Herausforderung dar. Das gilt insbesondere, da die Patienten meist nicht wegen ihrer ADHS in Behandlung kommen, sondern wegen der Probleme durch den Substanzkonsum. Die Aufgabe, eine mögliche ADHS zu erkennen und gleichzeitig die Symptome von Substanzkonsum und Entzug davon abzugrenzen, liegt dann beim individuellen Therapeuten. Ist die ADHS erkannt und diagnostiziert, stellt sich die Frage nach der Behandlung: Laut S3-Leitlinie ADHS und internationalen Experten-Empfehlungen können langwirksame Stimulanzien auch bei Suchtpatienten eingesetzt werden, allerdings muss hier das Risiko für Missbrauch und Weitergabe berücksichtigt werden. Die S3-Leitlinie ADHS empfiehlt auch aus diesem Grund die Behandlung der Komorbidität ADHS und Abhängigkeit durch einen Spezialisten für beide Erkrankungen. Dieser Workshop soll den Teilnehmern u.a. anhand von Fallbeispielen das entsprechende Wissen vermitteln, um den vielfältigen Herausforderungen dieser Komorbidität sicher zu begegnen.
Inhalt
1) ADHS und Substanzkonsum - Neurobiologie, Entwicklung.
2) ADHS bei Abhängigkeitserkrankungen erkennen und diagnostizieren.
3) Die Therapie-Optionen (Stimulanzien, Nicht-Stimulanzien, Psychotherapie) kennen und individuelle Therapie-Entscheidungen treffen

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