1-Tages-Workshops am 28.11.2019

Die vierstündigen 1-Tages-Workshops vermitteln Wissen und praxisrelevante Fertigkeiten auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Plätze sind begrenzt; eine CME-Zertifizierung wird beantragt. Im Folgenden finden Sie eine Vorschau auf die über das Portal buchbaren 1-Tages-Workshops für den 28.11.2019.

08:30–12:30 Uhr

WS 120 Das psychiatrische Gutachten im Sozialrecht – eine praxisnahe Einführung für Anfänger in der psychiatrischen Begutachtung

Vorsitz: Felix Segmiller, Florian Riegg

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Abstract: Die Erstellung psychiatrischer Gutachten ist nicht nur obligater Bestandteil der Weiterbildung zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, sondern sie gehört auch zum Alltag der allermeisten klinisch tätigen Psychiater. Auch Psychologinnen und Psychologen haben im alltäglichen Arbeitsleben vielfach mit Gutachten zu tun. In diesem Workshop sollen zunächst Aufbau und Struktur psychiatrischer Gutachten im Allgemeinen sowie die Herangehensweise an diese erläutert werden. Der Workshop ist als Einführung in die psychiatrische Begutachtung gedacht, so speziell im Bereich des Sozialrechts. Dementsprechend werden vor allem Grundlagen der Begutachtung und der Abfassung des Gutachtens vermittelt. Hierbei wird die Gutachtenserstellung an sich mit Aufbau und den entsprechenden Formalien thematisiert. Auch sollen Wesen und Inhalt der sozialrechtlichen Gutachten Darstellung finden. Zudem sollen häufige Fehler bei Gutachten aufgezeigt werden. Neben der Vermittlung rein theoretischer Inhalte geht es wesentlich um die praxisbezogene Anwendung dieser, weshalb Beispielgutachten und Fallbeispiele zum Einsatz kommen werden. Ziel des Workshops ist es somit, Kenntnisse über die Erstellung psychiatrischer Gutachten im Allgemeinen und im Speziellen im Sozialrecht zu erwerben und Sicherheit hierbei zu erlangen, häufig vorkommende Fehler bei Gutachten zu kennen und diese zu vermeiden.

Zielgruppe: Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung oder ggf. auch Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sowie Psychologinnen und Psychologen, die für die alltägliche Praxis Gutachten im Rahmen der klinischen Tätigkeit erstellen und Grundlagen sowie „Handwerkszeug“ für die Erstellung psychiatrischer Gutachten sowie Wesen und Inhalt der Begutachtung im Sozialrecht erlernen wollen

Didaktische Methoden: Die jeweiligen Themen werden anhand von theoretischen Grundlagen wie auch von praktischen Beispielen besprochen. Hierbei kommen Power-Point-Präsentationen ebenso zum Einsatz wie die Ausgabe von Fallbeispielgutachten.
 

WS 121 Update leitliniengerechte Pharmakotherapie der Depression

Vorsitz: Tom Bschor

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Abstract: Visualisierung aller relevanten Informationen und Schemata durch Wandprojektion. Es wird ein umfangreiches papiergebundenes Hand-out zur Verfügung gestellt. Der Kurs stellt die wissenschaftliche Erkenntnislage zum Nutzen von Antidepressiva dar und zieht hieraus praktische Konsequenzen für den Behandlungsalltag. Aktuelle Leitlinienempfehlungen werden einbezogen. Antworten auf folgende Fragen sollen gegeben werden: • Wann sollen Antidepressiva eingesetzt werden, wann nicht? • Wie unterscheiden sich die ca. 30 verfügbaren Antidepressiva, welches sollte ausgewählt werden? • Welche Dosis soll gewählt werden? • Wie sollten zeitlicher Ablauf und Wirküberprüfung einer Antidepressiva-Behandlung erfolgen? • Ist es sinnvoll, bei Nichtansprechen das Antidepressivum zu wechseln? • Ist es sinnvoll, bei Nichtansprechen das Antidepressivum aufzudosieren? • Ist es sinnvoll, bei Nichtansprechen eine Serumspiegelbestimmung (TDM) durchzuführen? • Ist es sinnvoll, Antidepressiva zu kombinieren, wenn ja welche Kombinationen? • Ist es sinnvoll, bei Nichtansprechen zu augmentieren? Mit welchen Substanzen? • Welche Therapiealgorithmen (antidepressive Stufenpläne) gibt es, um Therapieresistenz zu vermeiden oder zu überwinden?

Zielgruppe Ärzte/innen in Weiterbildung und Fachärzte aus Klinik und Praxis mit Erfahrungen in der Depressionsbehandlung, Psychologen/innen aus Klinik und Praxis mit Erfahrungen in der Depressionsbehandlung und Grundkenntnissen der Pharmakotherapie

Didaktische Methode: Strukturierung und Theorievermittlung durch den Referenten. An vielen Stellen des Workshops werden die theoretischen Inhalte anhand konkreter Patientenbeispiele, die von den Teilnehmern und vom Referenten eingebracht werden, in der Interaktion zwischen den Teilnehmern des Workshops illustriert. Zahlreiche klinisch hilfreiche Tabellen und Algorithmen werden vorgestellt. Aktuelle nationale und internationale Leitlinien zur Depressionsbehandlung werden den Zuhörern vertraut gemacht.

WS 122 Behandlung von Tics mit der Verhaltenstherapie 'Habit Reversal Training'

Vorsitz: Paula Viefhaus, Ewgeni Jakubovski 

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Abstract: Tic-Störungen zählen zu den häufigen psychiatrischen Erkrankungen. Für das Tourette-Syndrom wird eine Prävalenz von 0,4-0,7% angenommen. Im Grundschulalter treten (vorübergehende) Tics sogar bei bis zu 15 % der Kinder auf. Das Tourette-Syndrom ist durch das Bestehen von motorischen und vokalen Tics über einen Zeitraum von mindestens 1 Jahr gekennzeichnet. Tics sind unwillkürlich auftretende, meist kurze und abrupte Bewegungen oder Lautäußerungen, die keinen Zweck erfüllen. Für den Verlauf ist eine Altersabhängigkeit typisch mit einem Beginn der Tics zwischen dem 6. und 8. und einer maximalen Ausprägung zwischen dem 10. und 12. Lebensjahr. Darüber hinaus unterliegen Tics erheblichen spontanen Fluktuationen und einer starken Beeinflussung durch situative Faktoren. Den Tics geht in der Regel eine unangenehme sensomotorische Empfindung voraus (Vorgefühl). Bei der Mehrzahl der Patienten bestehen neben den Tics psychiatrische Komorbiditäten wie ADHS, Zwänge, Depression und Ängste. Am Beginn einer jeden Behandlung sollte eine Psychoedukation stehen. Eine spezifische Behandlung der Tics sollte dann empfohlen werden, wenn die Tics stark ausgeprägt sind oder zu einer relevanten psychosozialen Beeinträchtigung führen. Seit einigen Jahren stehen verschiedene verhaltenstherapeutische Strategien zur Behandlung von Tics zur Verfügung: Exposure and Response Prevention Training (ERP) und Habit Reversal Training (HRT), auch Comprehensive Intervention for Tics (CBIT) genannt. Während das ERP primär auf einer willentlichen Unterdrückung aller Tics gleichzeitig beruht, basiert das HRT auf der Ausführung einer Gegenbewegung für jeden einzelnen Tic. Die Behandlungen führen im Mittel zu einer Reduktion der Tics um 30 %. In diesem Workshop wird zunächst ein umfassender Überblick über alle klinisch relevanten Aspekte von Tic-Störungen – inklusive zahlreicher Videos – gegeben. Besonderer Wert wird dabei auf das Erkennen von Tics und wichtige Differentialdiagnosen gelegt. Im zweiten Teil wird eine Einführung in die verhaltenstherapeutische Behandlung (Schwerpunkt HRT) gegeben inklusive theoretischer Grundlagen, aktueller Forschungsergebnisse und praktischer Anwendungstipps (auch unter Berücksichtigung spezieller Aspekte in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen).
 

WS 123 Stalking: Diagnostik, Therapie und Risikoeinschätzung

Vorsitz: Harald Dreßing 

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Abstract: Mit einer Lebenszeitprävalenz von etwa 11 % ist Stalking in den Industrienationen ein weit verbreitetes Phänomen. Psychiaterinnen und Psychiater sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten aber auch Psychologen und Pflegekräfte müssen sich zunehmend mit dem Thema Stalking befassen. Es geht um Beratung und Therapie von Stalkingopfern, um Risikoeinschätzung, Begutachtung und Therapie von Stalkern. Darüber hinaus werden die Therapeuten selbst nicht ganz selten von behandelten oder begutachteten Patienten gestalkt. Da in dem Workshop die gesamte Bandbreite von Stalking behandelt wird, sollten die Inhalte grundsätzlich für alle, die in der psychiatrischen Therapie und Begutachtung tätig sind, von Interesse sein. Es werden grundlegende Kompetenzen im Umgang mit den unterschiedlichen Facetten von Stalking vermittelt. Dabei werden systematisch die folgenden Aspekte besprochen:
1. Definition; Tatbestand Stalking (§238 StGB, Gewaltschutzgesetz)
2. Stalkingmethoden, Epidemiologie, Verlauf
3. Stalkertypologien
4. Auswirkungen von Stalking auf die Opfer
5. Praktisches Vorgehen bei einer Erstberatung eines Stalkingopfers
6. Spezielle therapeutische Interventionen für Stalkingopfer
7. Risikoeinschätzung bezüglich einer gewalttätigen Eskalation von Stalking
8. Behandlungsmöglichkeiten für Stalker
9. Praktisches Vorgehen bei der Begutachtung von Stalkern
10. Wohin mit den Stalkern: Gefängnis-Psychiatrie-Maßregel
11. Wie verhalte ich mich in der eigenen Praxis oder in der Klinik, wenn ich von Patienten gestalkt werde?

Zielgruppe: Ärztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Psychologinnen und Psychologen, PJ-studentinnen und-Studenten, Pflegekräfte

Didaktische Methode: Impulsreferat, Praktische Übungen (Diagnostik, Risikoeinschätzung, Intervention) an Hand vorbereiteter Fälle, Möglichkeit eigene Fälle der Kursteilnehmer zu besprechen.

WS 124 Akut- und Notfallpsychiatrie

Peter Neu, Carlos Schönfeldt-Lecuona 

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Abstract: Der Workshop „Akutpsychiatrie“ behandelt die wichtigsten Themen akuter psychiatrischer Situationen und Konstellationen. Neben rechtlichen und ethischen Grundlagen der psychiatrischen Akutversorgung werden wichtige Krankheitssyndrome und Diagnosen wie Delir, Schizophrenie, Suchterkrankungen, affektive Erkrankungen, aber auch diagnoseübergreifende Probleme der akuten Versorgung wie Suizidalität und Aggressivität behandelt. Anhand von Fallbeispielen werden die Themen illustriert und die Lösungsansätze mit dem Auditorium gemeinsam diskutiert und erarbeitet. Der aktuelle Stand zu Diagnostik und Therapie wird dargestellt.

Zielgruppe: Die Zielgruppe sind Assistenzärztinnen und -ärzte in der Fachartzweiterbildung Psychiatrie und Psychotherapie, Kolleginnen und Kollegen aus anderen medizinischen Fachrichtungen in der Akutversorgung und Berufserfahrene mit dem Wunsch nach einem update Didaktische Methoden: Es werden zu verschiedenen Schwerpunktthemen Impulsreferate gehalten. Dabei geht es darum, anhand von typischen klinischen Fallbeispielen die Problematik zu erläutern und das zu diesem Thema vorhandene theoretische Wissen zu vermitteln. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden auf diese Weise in interaktiver Form in die Lösung und Erarbeitung mit eingebunden und können auch eigene Fälle mitbringen.
 

WS 125 Psychokardiologie

Vorsitz: Martina Haeck

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Abstract: Die Psychokardiologie ist eine junge Disziplin, die zunehmend mehr an Bedeutung gewinnt. Der Workshop wendet sich an behandelnde Berufsgruppen, deren Aufgabe es ist, kardiologische Patienten psychosomatisch/ psychotherapeutisch/ psychiatrisch zu betreuen als Arzt, Psychotherapeut und Pflegende. Ziel des Workshops ist die Erlangung von Fertigkeiten im Umgang mit Patienten mit schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie deren Angehörigen. Besonderes Augenmerk wird auf die Begleitung des Patienten in der individuellen Krankheitssituation unter Berücksichtigung der Gesamtsituation gelegt, sei es in der prophylaktischen oder therapeutischen Begleitung mit dem Ziel einer ganz individuellen Begegnung. Die Prognose kardialer Erkrankungen ist heute deutlich verbessert, komorbide psychische Störungen wie Depressivität, Angst und posttraumatische Belastungsstörung treten jedoch häufig auf und sind prognostisch ungünstig. Der Workshop gibt Ihnen Handwerkszeug zur Gestaltung des Einzel- oder Gruppensettings, Einblick in Entspannungstechniken und Medikation, sowie Zuweisungs- und Nachsorgemanagement in Einbezug des Aspektes der aussagekräftigen Dokumentation. Zur Erreichung des Ziels wechseln kurze Impulsvorträge mit interaktiven Einheiten ab. Ein Handout wird im Vorhinein den Anmeldenden bereitgestellt.
 

WS 126 DBT und KVT in der Behandlung von Essstörungen

Vorsitz: Julia Peters, Jürgen Ortmann

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Abstract: Die Behandlung von Essstörungen stellt wegen der hohen Komorbidität mit anderen psychischen Störungen, insbesondere Persönlichkeits- und affektiven Störungen, der hohen Chronifizierungsraten und der zum Teil lebensbedrohlichen somatischen Komplikationen nach wie vor eine große Herausforderung dar. Dabei kann essgestörtes Verhalten als dysfunktionaler Regulationsmechanismus in emotional belastenden Situation bzw. bei Störung der Emotionsregulation gesehen werden. Die Dialektisch-Behaviorale Therapie stellt ein gut validiertes Behandlungsprogramm für Emotionsregulationsstörungen dar, das behaviorale, achtsamkeitsbasierte und Skillselemente vereint. Die KVT ist in der Behandlung von Essstörungen gut erprobt und evaluiert. In diesem Workshop soll ein Konzept zur Behandlung der Essstörung vorgestellt werden, welches DBT–Techniken mit klassischen Techniken der kognitiven Verhaltenstherapie kombiniert. Diese sind sowohl in einem (teil-)stationären Setting als auch im Rahmen einer Einzeltherapie anwendbar. Dazu sollen nach einer kurzen theoretischen Einführung in das Krankheitsbild auch einzelne Therapiebausteine sowohl der DBT als auch der KVT intensiver bearbeitet und eingeübt werden (z.B. Bearbeitung von Verhaltensanalysen/ Essprotokollen, Beispiele für Reflecting Team, Bearbeitung von Pro/ Contra-Listen). ÄrztInnen und TherapeutInnen, die Kenntnisse und Fertigkeiten im Umgang mit PatientInnen mit einer Essstörung erwerben oder vertiefen wollen.
 

WS 127 Do it yourself! Selbstsupervision/Selbstcoaching als Reflexionsstrategie in Bezug auf das eigene Handeln und Wirken

Vorsitz: Heike Kramann

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Abstract: Als TherapeutIn/ÄrztIn gerät man immer wieder in Situationen, in denen man sich „in der Klemme“ wähnt. Problematische Fallverläufe, ungünstige Teamdynamiken oder eine dysfunktionale Organisationskultur erschweren oft den Zugriff auf die eigenen Ressourcen. Gut, wenn jemand da ist, der/die dann eine Idee hat, für hilfreiche Gespräche zur Verfügung steht, mit nach einer Lösung sucht oder wenn es die Möglichkeit gibt, sich in der Supervision oder der kollegialen Beratung Rat zu holen. Aber was tun, wenn es brennt und all diese Mittel stehen aus welchen Gründen auch immer nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung? Sein eigener Supervisor/Coach zu sein, mag zwar manchem befremdlich erscheinen, indes gibt es zahlreiche Methoden und Techniken, sich selbst beim Tun über die Schulter zu sehen, bzw. sich mit hilfreichen Intervention zur Seite zu stehen. In diesem Workshop werden anhand von Fallbeispielen der TeilnehmerInnen Möglichkeiten der Selbstsupervision, bezogen auf konkrete Schwierigkeiten im Arbeitsalltag (schwierige Fälle, schwierige Teamdynamiken) und des Selbstcoaching i.S. von Entwicklung der eigenen professionellen Rolle, auch und vor allem mit Blick auf die je unterschiedlichen Funktionslogiken innerhalb einer Organisation, besprochen und angewandt. Es kommen u.a. kognitiv orientierte Techniken, analoge Methoden, körperorientierte Verfahren und hypnosystemische Interventionen zur Anwendung. Erarbeitet werden können, je nach Wünschen der Teilnehmenden, u.a. ein Metamodell zur Selbstsupervision, die Darstellung vernetzter Systeme im medizinischen und sozialen Bereich und ein Modell zur Klärung der eigenen Rolle bei komplexen Teamsituationen. Es wird hierbei, s.o., differenziert zwischen eher fallorientierten (z. B. schwieriger Behandlungsverlauf), oder eher interaktionellen (z. B. Konflikt mit einer Kollegin, einem Teammitglied) Problematiken, ohne dass das eine vom anderen jeweils immer klar zu trennen ist. Zudem gibt es Tools an die Hand, mithilfe derer jeder/jede für sich berufliche Disbalancen identifizieren und ggfs. korrigieren kann. Der Workshop eignet sich sowohl für in Einzelpraxis arbeitende KollegInnen wie auch für solche, die in einem Team oder einem größeren Netzwerk arbeiten. Ein spezielles Vorwissen wird nicht benötigt.
 

WS 128 Beziehung im Fokus – Wie die Interaktionsbezogene Fallarbeit (IFA-Gruppe) zur Verbesserung professioneller Beziehungen beitragen kann

Vorsitz: Christian Ehrig, Mechthild Kerkloh

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Abstract: Ursprünglich als Analogon zur Balintgruppe für die Ausbildungscurricula zum ärztlichen Verhaltenstherapeuten entstanden, hat sich die Interaktionelle Fallarbeit (IFA-Gruppe) in den letzten beiden Jahrzehnten zu einer genuin verhaltenstherapeutischen patientenzentrierten Selbsterfahrung entwickelt, deren theoretischer Rahmen über die Balintarbeit hinausgeht und nicht nur die Lebens- und Lerngeschichte des Patienten sondern auch Systembedingungen mit einbezieht. Interaktionsbezogene Fallarbeit (IFA) stellt eine effektive und erprobte Möglichkeit zur Verfügung, in einem Gruppensetting die Beziehungsstörung sowie die eigene „Schemaberührung“ anzuschauen, wertschätzend zu bearbeiten und auf eine Weise zu lösen, die dem Therapeuten hilft, im Kontakt zum Patienten wieder professionell zu reagieren und die Therapie zu gestalten. Darüber hinaus kann die IFA unterstützen, emotionale Belastungen zu lösen, die aufgrund struktureller Probleme entstehen und mit Teamkonflikten, der Klinikhierarchie bzw. der Personalnot zu tun haben. Der Fokus der Gruppenarbeit liegt auf der zwischen Therapeut und Patient ablaufenden Interaktionen. Im geschützten Rahmen der Gruppe entwickelt sich in freier Assoziation der Teilnehmer eine neue Interaktionsebene, in der der Therapeut aus seinen bisherigen festgefahrenen oder eingeschränkten Perspektive herausfindet, seine“ blinden Flecken“ sich erhellen, seine Blockaden sich lösen und er zu einem kreativen und befriedigenderen Therapeutenverhalten befähigt wird. Dabei können im Gruppenprozess alle verhaltenstherapeutischen Methoden - auch diagnostische und therapeutische Rollenspiele sowie Paradoxien und Humor - zur Anwendung kommen. Die Teilnehmer sollen daher bereit sein, eigene Fälle einzubringen und sich aktiv in einen kreativen Gruppenprozess einzubringen.

Literatur: C. Ehrig, R. Knickenberg, S. Sulz (Hrsg.): „Theorie und Praxis der Interaktionsbezogenen Fallarbeit – IFA-Gruppe“, CIP-Medien Verlag München, 2018 M. Kerkloh: „Interaktionsbezogene Fallarbeit“, Kohlhammer Verlag, 2018 S. Sulz (Herausgeber): „Von der Balintgruppe zur Interaktionellen Fallarbeit (IFA)“ CIP-Medien Verlag, München, 2003
 

WS 129 Psychotherapie für Menschen mit geistiger Behinderung

Vorsitz: Tatjana Voß, Franziska Gaese

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Abstract: Dieser Workshop richtet sich an ärztliche und psychologische Kolleginnen und Kollegen, welche bereits eigene, praktische Erfahrungen in der Diagnostik und Therapie psychischer Störungen und Verhaltensstörungen bei Menschen mit Intelligenzminderung gesammelt haben. Das Einbringen eigener Fälle ist ausdrücklich erwünscht. Ziel dieses Workshops ist die Vertiefung eines praxisnahen Zugangs zum psychotherapeutischen Arbeiten mit Menschen mit geistiger Behinderung insbesondere nach der Ergänzung der Psychotherapie-Richtlinie durch Beschluss des G-BA aus dem Jahr 2018 mit zusätzlichen Regelungen für Menschen mit einer geistigen Behinderung. Vermittelt werden der adaptierte und hypothesengeleitete Einsatz verschiedener Verfahren. Schwerpunkte des Psychotherapieworkshops sind die Kommunikation mit Menschen mit einer Intelligenzminderung, systemisches und familientherapeutisches Arbeiten, Möglichkeiten und Grenzen der Krisenintervention, Intelligenzminderung und Verhaltensauffälligkeiten sowie Intelligenzminderung und delinquentes Verhalten in unterschiedlichen Settings.

WS 174 Psychiatrie und Psychotherapie im Allgemeinkrankenhaus – typische Chancen, unerwünschte Nebenwirkungen und mögliche Lösungen

Vorsitz: Bettina Wilms, Christian Kieser

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Abstract: Psychiatrie und Psychotherapie sind kontextfrei nicht zu denken und nicht erfolgreich für unsere Nutzer zur Verfügung zu stellen. Im Workshop wollen wir uns dem Kontext des Allgemeinkrankenhauses widmen: vom grund- und regelversorgenden Krankenhaus bis hin zum maximalversorgenden Großkrankenhaus. Besonderheiten für NutzerInnen und Mitarbeitende werden zusammengetragen und mit bedeutenden Aspekten in der täglichen und nächtlichen Zusammenarbeit mit somatisch tätigen und somatisch Hilfe suchenden Menschen in Beziehung gesetzt: Brennpunkte wie die Zentrale Notaufnahme oder auch intensivmedizinische Stationen werden in besonderem Maße diskutiert. Strukturelle und konzeptionelle Unterschiede zwischen der Psychiatrie und Somatik werden erörtert, Konsil- und Liaisonansätze vorgestellt, die vielfältigen Schnittstellen in den Blick genommen. Außerdem wird der Umgang mit Verwaltung und Mitgliedern der Geschäftsführung beleuchtet. Wir erarbeiten Chancen, unerwünschte Nebenwirkungen und deren Konsequenzen für die psychiatrisch-psychotherapeutische Alltagspraxis und nutzen die Weisheit der Gruppe für bereits erprobte, kreative und vielleicht auch „ver-rückte“ Lösungsideen.Am Schluss des Workshops steht der Werbeblock, der hoffentlich Lust macht, möglicherweise veränderte Sichtweisen direkt nach dem Kongress einem ersten Alltagstest zu unterziehen.

Zielgruppe: KollegInnen unterschiedlicher Berufsgruppen, die in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie an einem Allgemeinkrankenhaus arbeiten/arbeiten möchten

15:30–19:30 Uhr

WS 130 Polypharmazie – klinische Notwendigkeit oder unerwünschtes Übel?

Vorsitz: Max Schmauß

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Abstract: Viele der aktuellen Therapiestandards empfehlen in der Behandlung psychischer Erkrankungen ausdrücklich eine psychopharmakologische Monotherapie. Im klinischen Alltag werden jedoch abhängig vom Krankheitsbild mehr oder weniger häufig Kombinations- oder Augmentationsbehandlungen durchgeführt, obwohl kontrollierte Studien, die ein solches Handeln unter dem Aspekt evidenzbasierter Medizin rechtfertigen würden, nicht immer vorliegen. Auch pharmakoepidemiologische Daten zeigen seit Jahren einen kontinuierlichen Anstieg der Polypharmazie. Wesentliche Ursachen für dieses Verordnungsverhalten dürften vor allem Therapieresistenz bei vielen Betroffenen, teilweise zu niedrige Empfehlungen für Höchstdosen der verordneten Psychopharmaka sowie empirische Befunde über klinische Vorteile einer Polypharmazie aus naturalistischen Untersuchungen sein. Den strikten Leitlinienempfehlungen für eine Monotherapie liegt meist die Befürchtung zugrunde, dass eine Polypharmazie die Nebenwirkugsinsidenz erhöht, was wiederum die Nonadhärenz verstärken könnte. In dem Workshop sollen Nutzen und Risiken der wichtigsten Kombinations- und Augmentationsstrategien bei schizophrenen, bipolaren und unipolar depressiven Erkrankungen dargestellt und diskutiert werden. Einzelne Kasuistiken der Teilnehmer, anhand derer Pro und Kontra einer entsprechenden Behandlungsstrategie herausgearbeitet werden können, sind herzlich willkommen.

Zielgruppe: Assistenz- und Fachärzte mit Interesse an differenzierten psychopharmakologischen Therapiestrategien

Didaktische Methoden: Interaktive Gruppenarbeit auf der Basis der Darstellung von evidenzbasierten polypharmazeutischen Therapiestrategien und Kasuistiken
 

WS 131 Borderline-Störung: stationäre Behandlung von akuten Krisen und Komorbidität sowie ein zertifiziertes DBT-Programm aus einer Hand

Vorsitz: Michael Franz, Sara Lucke, Hans Gunia

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Abstract: Aufgrund häufiger Krisen mit Selbstverletzungen, Suizidversuchen, Hochrisikoverhalten sowie multipler Komorbidität finden sich viele Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) in stationärer, psychiatrischer Behandlung. Da unspezifische Therapieangebote auf allgemeinpsychiatrischen Stationen dysfunktionale Verhaltensmuster und Grundannahmen bei BPS verstärken und die Anzahl der Wiederaufnahmen erhöhen können (Jerschke et al. 1998, Bohus 2007), empfehlen die S2 Leitlinien die Dialektische Behaviorale Therapie (DBT) als Therapie der Wahl für BPS (Evidenzgrad Stufe Ia). Für eine DBT-Therapie sollten Patienten ein Commitment für die Behandlung sowie ein hinreichendes Durchhaltevermögen aufweisen. Bei schwer kranken Borderline-Patienten in der Akutpsychiatrie fehlen diese Voraussetzungen jedoch meist. So kommt es zu einer rezidivierenden und oftmals hochfrequenten Inanspruchnahme von Notaufnahmen, allgemeinpsychiatrischen und anderen Stationen wegen der og. Krisen oder Komorbidität, ohne den Weg in eine effektive, ambulante DBT gefunden zu haben. Zur Behebung des aufgezeigten strukturellen Mangels wurde das multiprofessionelle Behandlungssetting einer DBT-zertifizierten Spezialstation um Module ergänzt, die eine Anwendung des DBT-Programms auch bei akuten bzw. schwer gestörten Patienten möglich machen. Im Workshop wird dieses Behandlungskonzept von geschulten Mitarbeitern (Arzt, Psychologe, Pflege) theoretisch und praktisch vorgestellt. Es umfasst 1) das DBT-Programm, 2) eine Krisen-Intervention auf DBT-Basis für akut bzw. notfallmäßig aufgenommene Borderline-Patienten sowie 3) eine akutpsychiatrisch-diagnostisch-stabilisierende Regelbehandlung mit modifizierten DBT-Elementen. Neben den Standard-Bausteinen der DBT wird der Umgang mit BPS-Akutpatienten ohne Commitment, Dos und Don’ts bei BPS-Krisen, Selbstschädigungen, Suizidalität und anderen dysfunktionalen Verhaltensmustern demonstriert. Anhand von Kasuistiken werden die Behandlungen einer Borderline-Patientin mit stationärer DBT und einer schwerkranken komorbiden, zunächst nicht-DBT-fähigen Patientin dargestellt. Dabei wird veranschaulicht, wie selbst bei schwer gestörten, komorbiden Borderlinepatienten im og. Setting eine DBT-Behandlung mit guten Behandlungsergebnissen möglich ist.

Zielgruppe: Ärzte, Psychologen, Pflegepersonal, zumindest Grundkenntnisse in DBT sind vorteilhaft, aber nicht zwingend

Didaktische Methode: Handout, Präsentation, Demonstrationen, Übungen, Rollenspiele, Klinische Fälle, Diskussion

WS 132 Demenzdiagnostik

Vorsitz: Andreas Fellgiebel

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Abstract: Sicherheit in der Basisdiagnostik der Demenz: Eine treffsichere und ökonomische Basisdiagnostik setzt auch heute noch eine sichere Klassifikation der häufigen demenziellen Syndrome voraus, eine hinreichende Kenntnis des diagnostischen Wertes neuropsychologischer Sceeningverfahren und deren Grenzen sowie das Wissen über Notwendigkeit und Nutzen weiterer Zusatzuntersuchungen. Diese Kenntnisse werden im Workshop anhand von Fallbeispielen vermittelt. Aktuelle Konzepte der Demenzfrühdiagnostik: Neben dem klassischen Mild Cognitive Impairment sind gegenwärtig weitere Konzepte der prodromalen oder präsymptomatischen Diagnostik der Alzheimer-Erkrankung in der Diskussion. Neben der Vermittlung dieser Ansätze und Darstellung ihrer Rationalen und Evidenzen wird ihre Bedeutung für die heutige und zukünftige fachärztliche Diagnostik in niedergelassener Praxis und Gedächtnisambulanz dargestellt.

Zielgruppe: Fachärzte und Ärzte in der Weiterbildung, Neuropsychologen und Psychologen in neuropsychologischer Weiterbildung
 

WS 133 Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie

Vorsitz: Annette Güldenring, Hanna Gerwinn

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Abstract: Die traditionelle, in erster Linie biologisch begründete Zweigeschlechtlichkeit ist im kulturellen Wandel der letzten Jahre ins Wanken geraten. Im Zuge dieser Entwicklungen sind Psychologie und Medizin aufgefordert, sich mit dem Thema Geschlecht, seinen Variationen und damit verbundenen Fragen zur Behandlung versus begleitender Entwicklungsförderung in einem im Spannungsfeld gesellschaftlicher Kontroversen auseinanderzusetzen. Geschlechtlich non-konform und transgeschlechtlich empfindende Menschen fordern eine menschenrechtsbasierte und bedürfnisorientierte Gesundheitsversorgung, die die Vielfalt geschlechtlicher und transgeschlechtlicher Identitäten individuell und problemorientiert unterstützt und fördert unter Verzicht psychopathologischer Festlegungen. Der Workshop möchte einen Einblick in die speziellen Probleme geschlechtlich non-konformer Entwicklungen geben verbunden mit einer kritischen Reflexion des mit geschlechtlichem Anderssein verbundenen "Krankheitswertes". Insbesondere wird in diesem Workshop auf die aktuellen Entwicklungen in der Transgendergesundheitsversorgung (S3 Leitlinien nach AWMF, veröffentlicht 9.10.2018) eingegangen mit folgenden Themenschwerpunkten • Die zentralen Probleme transgeschlechtlicher Menschen im Konflikt mit zweigeschlechtlichen Ordnungssystemen • Entwicklungen transgeschlechtlicher Menschen in den unterschiedlichen Lebensphasen • Inhalte und Stellenwert der psychiatrisch-psychotherapeutischen Begleitung versus Entwicklungsförderung • Somatische Behandlungstechniken • Indikationsstellung für somatomedizinische Maßnahmen • Die Kooperation der therapeutischen Disziplinen im interdisziplinären Setting

Zielgruppe: Psychiater, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, Allgemeinärzte, psychosoziale Berater

Didaktische Methode: Vermittlung von Grundlagen über Power-Point-Präsentationen und Video mit ausreichend Raum zur Diskussion. Besprechung von Lebensbeispielen, gerne aus eigenen Behandlungen der Workshopteilnehmenden.

WS 134 Mentalisierungsbasierte Therapie (MBT) – eine praxisorientierte Einführung

Vorsitz: Sebastian Euler

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Abstract: Das Konzept des Mentalisierens wurde ursprünglich für die Einzel- und Gruppentherapie von PatientInnen mit Borderline-Persönlichkeitsstörungen entwickelt. Inzwischen ist eine Weiterentwicklung für die Behandlung verschiedener psychiatrischer und psychosomatischer Störungsbilder erfolgt. Mentalisieren wird inzwischen auch als allgemeiner Wirkfaktor in Psychotherapien konzeptualisiert.

Didaktische Methode: Im Workshop erfolgt eine praxisorientierte Darstellung der mentalisierungsbasierten Haltung und Technik, u.a. anhand von Videomaterial.

Literatur: Euler S., & Walter M.: Mentalisierungsbasierte Psychotherapie (MBT). Stuttgart: Kohlhammer 2018.

WS 135 Dankbarkeit in Psychiatrie und Psychotherapie: Ressource und Herausforderung

Vorsitz: Henning Freund

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Abstract: Das Interesse an der Ressource Dankbarkeit ist in Psychiatrie und Psychotherapie stark gewachsen. Besonders die Bewegung der „Positiven Psychologie“ hat die Wirkung von positiven Emotionen und Persönlichkeitseigenschaften für die psychische Gesundheit betont. Ebenso haben Konzepte aus spirituellen Traditionen und existenzielle Themen die Psychotherapie bereichert. Der Workshop möchte nun "Dankbarkeit" – als psychologisches/philosophisches Konzept – in seinen therapeutischen Möglichkeiten und ethischen Herausforderungen thematisieren. Wir werden uns fragen, ob Dankbarkeit in einer postmodernen, über Selbstbestimmung definierten sozialen Welt sich per se überlebt hat oder als anthropologische Grundgegebenheit weiterhin von Bedeutung ist. Wird Dankbarkeit angesichts von Leid und schwerer psychischer Krankheit nicht zu einer belastenden Herausforderung? Der Zusammenhang von Dankbarkeit und Wohlbefinden wird ebenso Gegenstand der Erörterung sein wie Überlegungen und Übungen zur Implementierung von Dankbarkeitsaspekten in die psychotherapeutische Praxis. Eine Auswahl möglicher Themen: • State of the Art - Dankbarkeit als empirischer Forschungsgegenstand • Psychologische und philosophische Perspektiven auf Dankbarkeit • Dankbarkeit im religiösen und interkulturellen Kontext • Der eigene Umgang des Therapeuten mit Dankbarkeit • Dankbarkeit in der Therapie bei Menschen mit (schweren) psychischen Störungen • Vorstellung eines Online-Trainingsprogramms zur Dankbarkeit • Dankbarkeitsrelevante Situationen und Themen in der Psychotherapie nutzen • Praktische Übungen zur Dankbarkeit

Zielgruppe: Psychiater, Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten, Pflegekräfte u.a.

Didaktische Methoden: Fokusreferate, Gruppendiskussion, praktische Übungen, Selbsterfahrung

Literatur: Freund, H. & Lehr, D. (erscheint im Herbst 2019). Dankbarkeit in der Psychotherapie: Ressource und Herausforderung. Göttingen: Hogrefe-Verlag.

WS 136 E-Mental-Health – Nutzen und Risiken von digitalen Support- und Therapietools erkennen und abwägen

Vorsitz: Peter Tonn, Nina Schulze, Katharina Swirski

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Abstract: Es scheint, als wäre E-Mental-Health eine mögliche Antwort auf vermeintliche oder wirkliche Versorgungslücken auch im Bereich Psychiatrie und Psychotherapie. Der Einsatz von Telemedizin in Deutschland – auch und gerade im Bereich der psychischen Gesundheit – wird immer intensiver diskutiert. Der sogenannte „Markt“ wächst schnell, pro Jahr um mindestens 10 %. Schätzungsweise 30 % aller Smartphone User greifen auf die Nutzung verschiedener Gesundheits-Apps zurück und versuchen, dadurch Informationen, supportive Unterstützung und Coaching oder sogar Behandlungsansätze zu finden. Dabei schwanken Qualität und Wirksamkeit der entwickelten E-Health-Lösungen stark, oft fehlt eine wissenschaftliche Evaluation oder die wissenschaftliche Basis in der Entwicklung ist nicht klar erkennbar. Und bei der schieren Menge an E-Health-Angeboten ist es nahezu unmöglich, den Überblick zu behalten. Fragt ein Patient seinen Arzt oder Therapeuten also nach einem speziellen Angebot, so ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Arzt dieses Angebot kennt, eher gering. Gleichzeitig sind ohne Zweifel für einzelne Angebote im Bereich E-Mental-Health auch positive Studiendaten verfügbar, sodass eine generelle Ablehnung der Telemedizin in Psychiatrie und Psychotherapie auch nicht angemessen erscheint. Was also tun? In diesem Workshop soll vermittelt werden, wie sich Qualität, Nutzen und Risiken von E-Mental-Health Angeboten rasch und einigermaßen zuverlässig einschätzen lassen. Den Teilnehmern sollen gängige Wirkfaktoren und wissenschaftliche Modelle vermittelt werden. Es soll zudem ein „Tool“ erstellt werden, das die Bedürfnisse und Anforderungen aus dem Kreis der Teilnehmenden in diesem Bereich unterstützen kann. Auf dieser Basis werden gemeinsam Gütekriterien erarbeitet, anhand derer eine schnelle Einschätzung von E-Mental-Health Angeboten möglich ist. Auch erhalten die Teilnehmer Praxistipps für den Umgang mit E-Mental-Health Angeboten in ihrem Praxisalltag.

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