1-Tages-Workshops am 27.11.2019

Die vierstündigen 1-Tages-Workshops vermitteln Wissen und praxisrelevante Fertigkeiten auf Basis neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse. Die Plätze sind begrenzt; eine CME-Zertifizierung wird beantragt. Im Folgenden finden Sie eine Vorschau auf die über das Portal buchbaren 1-Tages-Workshops für den 27.11.2019.

08:30–12:30 Uhr

WS 101 Pharmakotherapie bei körperlicher Grunderkrankung

Vorsitz: Christian Lange-Asschenfeldt

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Abstract: In wachsendem Maße liegen bei Patienten mit medikamentös behandlungsbedürftigen psychischen Störungen somatische Komorbiditäten vor. Diese beeinträchtigen nicht nur die Prognose und den Verlauf der psychischen Erkrankung, sondern stellen auch eine Herausforderung an die Psychopharmakatherapie dar. Zwar haben Psychopharmaka der „zweiten Generation“ wie moderne Antidepressiva und atypische Antipsychotika bei mindestens vergleichbarer Wirksamkeit und besserer Verträglichkeit die Behandlung in der Psychiatrie der vergangenen ca. 20 Jahre revolutioniert. Dennoch sind auch moderne Psychopharmaka mit Risiken behaftet, die in diesem Workshop eingehend behandelt werden sollen. Im Fokus stehen häufige Probleme wie Risiken beim Einsatz von Psychopharmaka im Alter, bei vorbestehenden Herz-Kreislauf-Erkrankungen, bei Leber- und Nierenerkrankungen und Epilepsie. Weiterhin werden die wichtigsten Interaktionen von Psychopharmaka anhand ausgewählter Beispiele und das praktische Vorgehen zu deren weitgehender Vermeidung bzw. Minimierung anhand eines einfachen Algorithmus erläutert.

Zielgruppe: Psychiater, Neurologen und psychiatrisch interessierte Hausärzte

Didaktische Methoden: Power-Point-Vortrag, Fallbeispiele, Quiz

WS 102 Implementation und Aufrechterhaltung von Safewards – eine Teamintervention zur Förderung von Deeskalation und Partizipation auf psychiatrischen Akutstationen

Vorsitz: Andreas Bechdolf, Stefan Weinmann, Andre Voigt, Ann-Kathrin McCutchon, Judith Hüttenbrink

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Abstract: In dem Workshop wird die Intervention Safewards vorgestellt und Implementierung, Umsetzung und Herausforderungen anhand konkreter Beispiele diskutiert. Das in Großbritannien entwickelte und in die deutsche Sprache übersetzte Safewards-Modell bringt empirisch erhärtete Zusammenhänge zwischen Aggression, Fluchtverhalten, Eindämmungsmaßnahmen und weiteren relevanten Einflussfaktoren zusammen und legt zusätzlich neue Überlegungen zur Vermeidung von konflikthaften und gewalttätigen Situationen dar. Es zeichnet sich dabei insbesondere dadurch aus, dass es Konfliktverhaltensweisen und Eindämmungsmethoden in einem Zusammenhang darstellt und damit umfassender ist als Erklärungsmodelle, die diese Aspekte einzeln bzw. losgelöst voneinander betrachten. Durch diesen multiperspektivischen Ansatz gibt es vielfältige Ansatzpunkte, um das Entstehen von Konflikten und Gewalt in der Akutpsychiatrie zu beeinflussen. Das Safewards-Modell schlägt zehn konkrete Interventionen auf der Station vor, die Konflikte reduzieren und Partizipation, Wertschätzung, Hoffnung und Empowerment fördern sollen. Anhand konkreter Beispiele wird dargestellt, wie diese Interventionen als Teil einer Strategie zur Reduktion von Zwang und Förderung von Patientenorientierung auf psychiatrischen Akutstationen umgesetzt werden kann und welche Chancen und Herausforderungen sich hierfür ergeben. Außerdem werden Ergebnisse zu den Effekten der Safewards-Implementierung auf die Stationsatmosphäre und die Häufigkeit und Dauer von Zwangsmaßnahmen diskutiert und Möglichkeiten der Verankerung und Nachhaltigkeit besprochen. Zudem wird das Zusammenwirken mit weiteren Maßnahmen zur Reduktion von Zwang auf Akutstationen thematisiert.

WS 103 Die kognitive Verhaltenstherapie der Zwangsstörung unter besonderer Berücksichtigung von Zwangsgedanken

Vorsitz: Andreas Wahl-Kordon

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Abstract: Die kognitive Verhaltenstherapie stellt das empirisch am besten belegte Psychotherapieverfahren zur Behandlung von Patienten mit Zwangsstörungen dar. In zahlreichen Verlaufsstudien konnten sehr gute und anhaltende Therapieergebnisse selbst bei chronisch schwer kranken Zwangspatienten erzielt werden. Kernelement des therapeutischen Vorgehens ist die graduierte Reizkonfrontation mit Reaktionsmanagement. Etwa 30 % der Patienten sind therapieresistent, weshalb die Bedeutung und Ansätze neuerer verhaltenstherapeutischer Ansätze der sogenannten 3. Welle der Verhaltenstherapie dargestellt werden sollen. Weiterhin wird die Differentialindikation zur Kombinationsbehandlung von Verhaltenstherapie und Pharmakotherapie dargestellt. Schließlich gefährden nicht selten anhaltende Zwangsgedanken die auf der Handlungsebene erzielten Therapieerfolge und erfordern daher ein gesondertes Vorgehen. Kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze liefern klärende Krankheitsmodelle und bieten spezifische Therapiestrategien mit ihren verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten.

Kursziel: Es wird ein Überblick über die evidenzbasierte und leitlinienorientierte kognitive Verhaltenstherapie von Patienten mit Zwangsstörungen gegeben. Insbesondere wird auf den Aufbau einer Therapieplanung und die Umsetzung von Reizkonfrontationsverfahren, sowie dabei auftretende Schwierigkeiten eingegangen. Weiterhin soll auf die Besonderheiten in der Erkennung und Bewertung von Zwangsgedanken eingegangen werden und es werden spezielle Therapiestrategien vermittelt.

Methoden: Video-Demonstration, Vortrag, Demonstration therapeutischer Strategien mit Hilfe von Rollenspielen, Einüben der therapeutischen Strategien, Fallbeispiele, Diskussion, Handouts

WS 104 Psychotherapie bei beruflichen Belastungen

Vorsitz: Stefan Koch

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Abstract: Psychisch Erkrankte sind in besonderem Maße von beruflicher Überlastung, Arbeitsunfähigkeit und einem erhöhten Risiko zu Frühberentungen betroffen. Der Workshop gibt einen Überblick über aktuelle Daten beruflicher Belastung und Burnout (z. B. Stress-Monitor, Hillert 2016) sowie zentrale Konzepte, Indikationsstellung und die praktische Durchführung berufsbezogener Einzel- und Gruppentherapie (vgl. Koch 2014; 2015; Hillert 2017). Bewährte verhaltenstherapeutisch fundierten Interventionen zur Behandlung von chronischem beruflichem Stress und Burnout werden vorgestellt: Motivation und Fokussierung, Stressbewältigung, kognitive Interventionen, soziale Kompetenz am Arbeitsplatz, Erholung, sowie Zusatzmodule z.B. zum Thema berufliche Gratifikationskrisen. Berufsbezogene Interventionen sind zur Ergänzung störungsspezifischer Therapien konzipiert und dienen durch die gezielte Bearbeitung auslösender und die Symptomatik aufrechterhaltender beruflicher Belastungen der Transfersicherung und Rückfallprophylaxe.

Zielgruppe: Ärzte, Psychologen, Sozialtherapeuten und verwandte Berufsgruppen mit Interesse an verhaltenstherapeutisch fundierten berufsbezogenen Interventionen

Didaktische Methode: Workshop mit Präsentation, Demonstration zentraler Interventionen, Beispielmaterialien, Austausch in der Gruppe

Literatur: Koch, S., Lehr, D. & Hillert, A. (2014). Berufsbezogene Psychotherapie. PsychUp2date, 325-339.
Koch, S., Lehr, D. & Hillert, A. (2015). Burnout und chronischer beruflicher Stress. Reihe Fortschritte der Psychotherapie (Band 60). Bern: Hogrefe.

WS 105 Psychoonkologie

Vorsitz: Anna Westermair

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Abstract: In den letzten Jahren werden Psychiater und Psychotherapeuten zunehmend auch von onkologischen PatientInnen aufgesucht. Sie bringen dabei Fragestellungen und Problemkonstellationen mit, auf die die derzeitige Weiter-/Ausbildung nicht vorbereitet: Im Gegensatz zu körperlich gesunden Patienten mit Angsterkrankungen sind die Sorgen und Ängste von onkologischen PatientInnen meist gut begründet und realistisch. Einem Aufbau von positiven bzw. werte-orientierten Aktivitäten zur Behandlung depressiver Symptome stehen häufig Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit oder Verhaltensvorgaben der Onkologen entgegen. Und hinter einer gedanklichen Beschäftigung mit dem Tod kann nicht nur Suizidalität stehen, sondern auch funktionales Coping im Sinne von Akzeptanz, eine Identitätskrise bei neu aufgetretener Pflegebedürftigkeit oder vieles Andere mehr. Dieser Workshop bietet eine Einführung in dieses spannende und bereichernde neue Betätigungsfeld für Psychiater und Psychotherapeuten. Nach einem kurzen Überblick über die Rahmenbedingungen und die bestehenden Versorgungsstrukturen in Deutschland werden häufige psychische Symptome bei onkologischen Patienten an Hand von Fallbeispielen präsentiert, und schließend ein Überblick über Behandlungsansätze und Interventionen gegeben. Es besteht auch die Möglichkeit, Fragen zu eigenen Fällen anzubringen. Der Workshop schließt ab mit Anregungen für weiteres Selbststudium und einem Ausblick auf die Zusatzqualifikation Psychoonkologie.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich hauptsächlich an klinisch tätige Ärzte und Psychologen während oder nach der Weiter-/Ausbildung. Medizinische Kenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Erste eigene Erfahrungen in der psychoonkologischen Arbeit wären hilfreich, sind aber keine Voraussetzung.

Didaktische Methode:Methodisch orientiert sich der Workshop an der Dritten Welle der Verhaltenstherapie, ohne jedoch dogmatisch zu sein. 

WS 106 Update Suchtmedizin: spezielle Aspekte der Behandlung von Abhängigkeitserkrankungen

Vorsitz: Anne Koopmann, Alexander Glahn, Thomas Hillemacher

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Abstract: Abhängigkeitserkrankungen sind keine Phänomene, die nur Einzelne am Rande der Gesellschaft betreffen. Viel mehr nimmt die Zahl der Betroffenen in allen Altersklassen in den letzten Jahren zu oder stagniert auf einem hohen Niveau. Mit einer steigenden Anzahl an Betroffenen rücken spezielle Aspekte der Behandlung dieser Störungen wie die Behandlung von Verhaltenssüchten, die Therapie der Medikamentenabhängigkeit und neue Behandlungsansätze zur Therapie der Alkoholabhängigkeit, wie z. B. Konzepte zu reduziertem Trinken in den Fokus des klinischen Handelns. In diesem Workshop sollen anhand von Fallbeispielen praxisorientiert interaktiv mit den Teilnehmern Behandlungskonzepte bei Verhaltenssüchten, zur Therapie der Medikamentenabhängigkeit sowie spezifische Aspekte zur Diagnostik und Therapie der Alkoholabhängigkeit besprochen werden. Dies Seminar richtet sich an im ambulanten oder stationären Bereich tätige Psychiater, Neurologen und Hausärzte und deckt die Besonderheiten in der Behandlung dieser Patientengruppen in den verschiedenen klinischen Settings ab. Es werden neben medikamentösen Behandlungsstrategien auch spezifische psychotherapeutische Therapieansätze für die betroffenen Patienten dargestellt.

Zielgruppe: Ambulant und stationär tätige Ärzte in der Weiterbildung zum FA für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, Allgemeinmedizin, sowie ambulant und stationär tätige FÄ für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie, Allgemeinmedizin

Didaktische Methoden: Interaktive Arbeit an Fallbeispielen und Impulsvorträge

WS 107 Psychologische Diagnostik und Behandlung von chronischen Schmerzstörungen

Vorsitz: Jule Frettlöh

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Abstract: Entsprechend der von der IASP (International Association for the Study of Pain) empfohlenen und inzwischen allgemein anerkannten Sichtweise ist chronischer Schmerz - unabhängig vom jeweiligen Krankheitsbild - als ein multidimensionales Phänomen zu betrachten. Die Erkrankung beschränkt sich nicht nur auf das Erleben des zum Teil langjährigen Schmerzes selbst, sondern wirkt sich im Verlauf der Chronifizierung insbesondere auf das Verhalten, Stimmung und Gefühle, auf Gedanken, Erwartungen und Überzeugungen aus. Infolge chronischer Schmerzen verändert sich nicht selten auch die soziale und wirtschaftliche Situation der Patienten. Chronische Schmerzerkrankungen sind somit ein komplexes Phänomen, an dessen Entstehung und insbesondere an dessen Aufrechterhaltung neben physiologischen v. a. psychische (d. h. emotionale, kognitive und verhaltensmäßige) Komponenten beteiligt sind. Die psychischen Anteile bestimmen in erheblichem Ausmaß die Perspektiven und die Beeinträchtigung des Patienten und damit seine Therapiebedürftigkeit. Nach einem theoretischen Überblick über die wichtigsten psychologischen Aspekte der Schmerzchronifizierung sowie den damit für Patienten verbundenen Folgen, werden die zentralen Wirkfaktoren psychologischer Schmerztherapie vorgestellt. Es folgt eine kurze Darstellung psychologisch-diagnostischer Ansätze (Schmerzanamnese bzw. Exploration; Schmerz-Psychometrie), aus deren Befunden sich die entsprechenden Ziele der Behandlung sowie die Interventionsansätze ableiten lassen. An einem komplexen Fallbeispiel werden schließlich die verhaltenstherapeutisch orientierten Interventionsmodule vorgestellt und auf Wunsch im Rollenspiel demonstriert.

Zielgruppe: ärztliche und psychologische Psychotherapeuten/innen

Didaktische Methoden: Power-Point-Präsentation, Rollenspiele, Videopräsentationen

Literatur zur Vorbereitung: Kröner-Herwig, B. (2014). Chronischer Schmerz: Psychologische Behandlungsansätze und Stand der Evidenz. Verhaltenstherapie & Verhaltensmedizin; 35: 57-75.
Literatur zur Nachbereitung: Fritsche, G. & Gaul, C. (Hrsg.) 2013. Multimodale Schmerztherapie bei chronischen Kopfschmerzen. Stuttgart: Thieme.
Kröner-Herwig, B., Frettlöh, J., Klinger, R. & Nilges, P. (Hrsg.) 2017. Schmerzpsychotherapie (8. Auflage). Berlin: Springer-Verlag.

WS 108 Prolonged Exposure – Einführung, Praxis und Studien zur Traumatherapie nach Edna B. Foa

Vorsitz: Marc Burlon

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Abstract: Prolonged Exposure gehört zu den am besten evaluiertesten Trauma-Therapieverfahren. Viele unabhängige Forschergruppen weltweit konnten seine Wirksamkeit nachweisen. Basierend auf Elementen der kognitiven Verhaltenstherapie zeigt das Verfahren in Studien mit traumatisierten Menschen und einer Posttraumatischen Belastungsstörung sehr gute Ergebnisse. Darüberhinaus zeigt es auch bei Komorbiditäten wie schwerer Alkoholabhängigkeit, emotional-instabiler Persönlichkeitsstörung, Psychose oder komplexer PTBS seine Effektivität. Zusätzlich lässt sich das Verfahren auch in der gedolmetschten Therapie von Migranten/Flüchtlingen klinisch einfach anwenden.

Zielgruppe: Ärztliche Psychotherapeuten, Psychiater, Psychologische Psychotherapeuten, Sozialarbeiter, Gesundheits- und Krankenpfleger

Didaktische Methoden: Power-Point-Präsentation, Video-Demonstration, Praktische Übungen, Handout

WS 109 Psychoedukation in der Psychiatrie – konkrete Umsetzung bei Schizophrenie und Depression

Vorsitz: Teresa Froböse, Gabi Pitschel-Walz

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Abstract: Psychoedukation ist ein Behandlungsmodul, das in der Psychiatrie hoch geschätzt und in den Therapieleitlinien eingefordert wird. Wie eine Umfrage von Rummel-Kluge (2013) an den psychiatrischen Kliniken in Deutschland, Österreich und der Schweiz zeigte, werden allerdings noch viel zu wenige psychoedukative Gruppen für Patienten bzw. Angehörige angeboten. Im Workshop sollen die Standards der Psychoedukation gemäß der Deutschen Gesellschaft für Psychoedukation (DGPE) vermittelt und gängige Manuale zu den verschiedenen psychiatrischen Krankheitsbildern vorgestellt werden. Die konkrete Umsetzung soll am Beispiel der an der Technischen Universität München entwickelten psychoedukativen Programme („Arbeitsbuch PsychoEdukation Schizophrenie“ von Bäuml et al. 2010; „Psychoedukation Depression“ von Pitschel-Walz et al. 2018) demonstriert werden. Es wird sowohl auf die einzelnen Informationsinhalte, auf deren didaktische Vermittlung als auch auf die relevanten emotionalen Themen der jeweils acht psychoedukativen Gruppensitzungen – getrennt für Patienten und Angehörige – eingegangen.

Didaktische Methoden: Die interaktive Arbeitsweise wird in live-inszenierten Gruppensequenzen veranschaulicht. Durch Rollenspielübungen und gezielten Erfahrungsaustausch der Workshopteilnehmer können Lösungsansätze für mögliche problematische Gruppensituationen entwickelt werden. Die Teilnehmer erhalten so das notwenige Know-how, um möglichst rasch mit eigenen Gruppen starten zu können.

WS 110 Einführung in die Compassion Focused Therapy

Vorsitz: Christian Stierle

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Abstract: Der Workshop soll eine vertiefte Einführung in die Compassion Focused Therapy (CFT) von Prof. Paul Gilbert geben. Dabei soll insbesondere auf die transdiagnostische Anwendung der CFT für verschiedene psychische Probleme fokussiert werden. Bisherige Studien belegen Wirksamkeit insbesondere für PatientInnen mit ausgeprägter Selbst-Kritik, niedrigem Selbstwert und hohem Schamerleben. Der Workshop gibt eine Einführung in die zentralen theoretischen Konzepte der CFT sowie des Compassionate Mind Trainings. Neben des zentralen evolutionspsychologischen Rahmenmodells und des Affekt-Regulations-Modells (3-circle-modell) werden zentrale therapeutische Interventionen wie soothing rhythm breathing, Imagery Übungen (Mitfühlender Begleiter, Mitfühlendes Selbst etc.) sowie die gezielte Arbeit mit hoher Selbstkritik vorgestellt und mit den TeilnehmerInnen praktisch angewendet. Die TeilnehmerInnen sollen so einen vertieften Einblick in die CFT und deren Möglichkeiten für die tägliche therapeutische Arbeit erhalten. Neben individuellen Reflexionen werden die TeilnehmerInnen auch in Kleingruppen und im Plenum arbeiten.

15:30–19:30 Uhr

WS 111 Intensivkurs Pharmakotherapie*

Vorsitz: Gerhard Gründer
*Achtung: abweichende Anfangs-/Endzeit 16:00–20:00 Uhr

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Abstract: In diesem Intensivkurs sollen zunächst die wesentlichen pharmakologischen Grundprinzipien der Psychopharmakotherapie vorgestellt werden, bevor sodann die wichtigsten in der psychiatrischen Pharmakotherapie gebräuchlichen Substanzgruppen und ihre klinische Anwendung besprochen werden.

Zielgruppe: Assistenzärzte; Fachärzte, die ihr Wissen auffrischen wollen; Psychologen, die sich ein vertieftes psychopharmakologisches Wissen verschaffen wollen.

Didaktische Methode: Kurzvorträge und interaktive Diskussion von Fallbeispielen, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer eigene Problemlösungen erarbeiten sollen.

WS 112 ADHS im Erwachsenenalter – Klinik, Diagnostik, Therapie

Vorsitz: Kai G. Kahl, Lotta Winter

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Abstract: Wenn Kinder und Jugendliche mit ADHS älter werden, persistieren bei dem überwiegenden Teil der Betroffenen die Symptome der Störung in unterschiedlicher Ausprägung. Darüber hinaus bestehen häufig komorbide psychische Erkrankungen, vor allem Angst, Depression und Abhängigkeitserkrankungen. Das diagnostische und therapeutische Vorgehen im Kindes- und Jugendalter lässt sich allerdings nicht 1:1 auf die Situation in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter übertragen. Vielmehr stehen in jeder Altersstufe andere Probleme und Lebenssituationen im Vordergrund, die ein altersadaptiertes Vorgehen nach sich ziehen. Ziel des Workshops ist es daher, neben den störungsspezifischen Grundlagen die spezifischen diagnostischen und therapeutischen Besonderheiten der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter zu vermitteln. Der Workshop gliedert sich in einen Grundlagenteil, in dem die Aspekte Epidemiologie, Ätiologie, Diagnostik und Verlauf über alle Altersstufen behandelt werden. Im zweiten Teil werden die spezielle Diagnostik, Therapie und Therapieprobleme in der Adoleszenz und im Erwachsenenalter dargestellt. Neben der altersadaptierten medikamentösen Therapie liegt ein Schwerpunkt auf der Vermittlung von Psychotherapie und Coachingmethoden.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Psychiater, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten und an andere Berufsgruppen, die in ihrem Alltag mit ADHS-Patienten zu tun haben.

Didaktische Methode:Impulsreferate mit Diskussion, Videodemonstration, Vorstellung von praxisnahen Fallbeispielen, praktische Übungen in Gruppen, Erlernen psychotherapeutischer Techniken.

Literaturempfehlung: Kahl KG, Puls J, Schmid G, Spiegler J: Praxishandbuch ADHS - Diagnostik und Therapie für alle Altersstufen; 2. überarbeitete und erweiterte Auflage, Georg Thieme Verlag KG 2012

WS 113 StäB in Theorie und Praxis – Grundlagen und Einführung der stationsäquivalenten Behandlung

Vorsitz: Raoul Borbé, Gerhard Längle, Martin Holzke, Melanie Gottlob, Brendan Snellgrove

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Abstract: Die stationsäquivalente Behandlung (StäB) ist eine neuartige, aufsuchende Behandlungsform und als solche kaum mit bisherigen Angeboten vergleichbar. International gibt es zwar eine gute Evidenz für die Akutbehandlung psychischer Störungen zu Hause, in Deutschland gab es nur wenige Modellprojekte, die sich damit befasst haben. StäB bietet einerseits die Chance, psychisch kranke Menschen zu erreichen, die bislang noch nicht den Weg in das psychiatrische Hilfesystem gefunden haben, andererseits wird es bei einer flächendeckenden Umsetzung mittel- bis langfristig zu einem Abbau stationärer Strukturen kommen. Der Umstieg vom vollstationären Setting auf die häusliche Behandlung stellt Kliniken und Mitarbeiter vor große personelle und logistische Herausforderungen. Die Einführung dieses Behandlungsangebots erfordert daher eine entsprechend umfassende Vorbereitung und Planung. In diesem Workshop möchten wir deshalb erläutern, wie die Einführung der stationsäquivalenten Behandlung gelingen kann. Dabei werden die nötigen Teilschritte vorgestellt: von der Ermittlung der gesetzlichen und zu erfüllenden Anforderungen über eine Zielgruppenanalyse, bis hin zur Ermittlung des Personalbedarfs und der entsprechenden organisatorischen Ausgestaltung der Teams. Dazu gehören Aspekte wie Gestaltung der Wochenenddienste, Krisenpläne, Personalgewinnung aber auch technische Anforderungen wie die flexible Dokumentation in die elektronische Krankenakte. Ergänzend berichten Mitarbeitende aus einem StäB-Team von ihren Erfahrungen nach mehr als eineinhalb Jahren Regelbehandlung und gehen dabei auch auf alltägliche Aufgaben und Herausforderungen wie die regelmäßige Tourenplanung ein.

Didaktische Methoden:Dabei kommen verschiedene Methoden zum Einsatz. Grundlegende Informationen und Hinweise werden in kurzen Vorträgen vermittelt, konkrete Umsetzungsschritte kurz skizziert und in Gruppenarbeit vertieft, in einer abschließenden Gesprächsrunde werden wichtige Fragen gemeinsam diskutiert und beantwortet. Ziel ist, interessierten Einrichtungen die Werkzeuge für einen eigenen strukturierten Maßnahmenplan und somit eine gelingende Einführung von StäB mit zu geben.

WS 114 Praxis der anliegenorientierten Gruppentherapie: vom Anliegen zur Intervention

Vorsitz: Michael Marwitz, Leonie Marwitz

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Abstract: In dem Workshop sollen zunächst die Voraussetzungen für die erfolgreiche Durchführung von anliegenorientierten Verhaltenstherapeutischen Therapiegruppen vorgestellt und bewährte Methoden zur Etablierung der instrumentellen Gruppenbedingungen demonstriert werden. Der Schwerpunkt des Workshops liegt jedoch in der Vermittlung von Heuristiken, wie die von den Gruppenteilnehmern eingebrachte Anliegen (bzw. Themen) soweit aktualisiert und fokussiert werden können, dass die Auswahl einer für deren Bearbeitung geeigneten Methode im Sinne einer adaptiven Indikationsstellung ermöglicht wird. Zu diesem Zweck werden auch typische Interventionen wie die Durchführung von Rollenspielen, körperbezogene Übungen und Skulpturtechniken in praxisnaher Weise demonstriert und eingeübt. Das Ziel des Workshops besteht darin, den Teilnehmern sowohl theoretische als auch praktische Fertigkeiten zu vermitteln, wie Zieloffene Gruppen effektiv angeleitet und (auch) komplexe Anliegen von Patienten durch den Einsatz bewährter (und Therapieschulen übergreifender) Methoden sinnvoll bearbeitet werden können.

Zielgruppe: Der Workshop richtet sich an Assistenzärzte in Psychiatrie und Psychotherapie, Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, die sich in Gruppentherapie weiterbilden wollen sowie an Psychotherapeuten in Ausbildung. 

WS 115 Behandlung der Anhaltenden Trauerstörung

Vorsitz: Bettina Doering 

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Abstract: Die anhaltende Trauerstörung (ATS) wird voraussichtlich in ICD-11 aufgenommen werden und ist gekennzeichnet durch intensive Sehnsucht nach der verstorbenen Person und Trennungsschmerz sowie weitere behaviorale, emotionale und kognitive Symptome. Der Workshop stellt verhaltenstherapeutische Methoden zur Behandlung der ATS vor. Neben der allgemeinen Psychoedukation und der Entwicklung eines individuellen Störungsmodells wird in der ersten Phase der Behandlung ein Schwerpunkt auf den Motivations- und Beziehungsaufbau sowie das „Kennenlernen der verstorbenen Person“ gelegt. Daran schließen spezifische Interventionstechniken zur Bearbeitung dysfunktionaler Kognitionen (z. B. Schuldgefühle) oder zum Abbau trauerspezifischen Vermeidungsverhaltens (Exposition) an. Die Verarbeitung der schlimmsten Momente des Verlusts wird therapeutisch unterstützt. Die abschließende Therapiephase fokussiert, wie in Zukunft das Andenken der verstorbenen Person und die Trauer in das Leben der PatientInnen integriert werden können. Der Workshop ermöglicht den TeilnehmerInen, ihr Wissen und ihre Erkenntnis über Trauer zu vertiefen, die Grundlagen einer kognitiv-verhaltenstherapeutischen Einzeltherapie zu erlernen und einzelne Interventionen davon zu intensivieren. Die einzelnen Behandlungsphasen werden Schritt für Schritt erörtert und die entsprechenden therapeutischen Techniken anhand von Beispielen vorgestellt.

Zielgruppe: Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie; Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie; Ärztliche und Psychologische Psychotherapeuten; Psychologen; Ärzte und Psychologen in der Weiterbildung

Didaktische Methoden: Präsentation; Fallbeispiele; Rollenspiele; Diskussion

WS 116 Update Neuropsychiatrie

Vorsitz:  Josef Priller, Eike Jakob Spruth 

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Abstract: Als Psychiater und Nervenärzte behandeln wir häufig Personen mit neurologischen Erkrankungen. Im Rahmen dieser Erkrankungen kann es zu organischen psychischen und Verhaltensstörungen wie Depressionen, Angst, Wahnvorstellungen, Halluzinationen, Reizbarkeit, Apathie und Wesensänderungen kommen. Die Diagnostik und Therapie dieser neuropsychiatrischen Erkrankungen kann herausfordernd sein. In unserem Workshop wollen wir mit Hilfe von Fallbeispielen einen Einblick in das Gebiet der Neuropsychiatrie geben. Dabei sollen Demenzen, Delir, Bewegungsstörungen, immunologische vermittelte Hirnfunktionsstörungen und funktionelle Störungen diskutiert werden. Der Workshop soll Antworten auf die für Ihre Praxis relevanten Fragen liefern und auch helfen, Ihr neuropsychiatrisches Wissen zu aktualisieren.

WS 117 Einblicke in die Besonderheiten des Fachgebiets der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Vorsitz: Sabine Müller

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Abstract: Der Workshop richtet sich vorwiegend an beruflich Tätige in der Erwachsenenpsychiatrie/-psychotherapie, welche an Schnittstellen arbeiten bzw. Interesse am Fachgebiet KJP haben. Eine wichtige Aufgabe des Faches liegt in der Prävention der Erstmanifestation bzw. Chronifizierung von psychiatrischen Erkrankungen und der Identifikation und Beeinflussung von Risikofaktoren für Entwicklungsstörungen. Besonderheiten in der Diagnostik und Therapie von psychischen Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind vor allem der Einbezug der entwicklungspsychologischen Aspekte und der familiären Struktur. Zudem spielen die schulische bzw. Ausbildungssituation und die gelingende Integration in eine Gruppe Gleichaltriger eine wesentliche Rolle. Die Arbeit in einem multiprofessionellen Team mit explizit pädagogischen Anteilen sowie die Vernetzung mit Dritten (Jugendhilfe, Familiengericht, Rehabilitation, Sozialhilfe, Schulen etc.) hat eine besondere Bedeutung. Herausforderungen stellen z. B. der Umgang mit Misshandlung, Missbrauch und Vernachlässigung von Kindern, Kinder psychisch kranker Eltern, (unbegleitete) minderjährige Flüchtlinge, Umgang mit Suizidalität und selbstverletzendem Verhalten, aber auch Schulabsentismus und Delinquenz dar. Diverse psychische Erkrankungen treten nahezu ausschließlich im Kindes- und Jugendalter auf bzw. werden hier teilweise erstmalig diagnostiziert (Ausscheidungsstörungen, Autismus-Spektrum-Störungen, Ticstörungen bzw. Tourette-Syndrom, ADHS etc.). Im Workshop werden die Besonderheiten des Faches erläutert, es wird auf den Entwicklungsverlauf von (kinder-)psychiatrischen Symptomen bzw. Diagnosen eingegangen und es werden die zum Erwachsenenalter differenten Rechtsgrundlagen bzgl. psychiatrischer und pädagogischer Unterbringung gegen den Willen des Kindes und weiteren Zwangsmaßnahmen dargelegt. Auch Maßnahmen bei Kindeswohlgefährdung werden erläutert. Unterschiede bzgl. des Settings der Behandlung und der psychotherapeutischen sowie psychopharmakologischen Behandlung („off-label-use“, alters- und entwicklungstypische Besonderheiten bzgl. Pharmakokinetik und -dynamik) werden erläutert. Einige typischerweise in der KJP anzutreffende psychiatrische Erkrankungen werden exemplarisch mit ihren altersspezifischen Besonderheiten dargestellt.

WS 118 Sexsucht/Hypersexuelle Störung – Diagnostik, Ätiologie und Therapie

Vorsitz: Andreas Hill

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Abstract: Durch den leichten Zugang von Pornographie, Cybersex und sexuelle Kontaktforen im Internet suchen in den letzten Jahren Patienten (vorwiegend Männer) mit sexuell süchtigen, exzessiven Verhaltensweisen verstärkt Hilfe bei Psychiatern und Psychotherapeuten. In der ICD-10 ist die Einordnung als „gesteigertes sexuelles Verlangen“ oder „sonstige Störung der Sexualpräferenz“ möglich, für die ICD-11 ist die Diagnose „Compulsive Sexual Behaviour Disorder“ operationalisiert worden, während die „Hypersexuelle Störung“ letztlich nicht in das DSM-5 aufgenommen wurde. Ätiologisch sind wahrscheinlich biologische Vulnerabilität, Bindungsstörungen, Störungen der Affektregulation (Bewältigung von Depression, aber auch Aggression) und der Kontrolle sexueller Erregbarkeit bedeutsam. Therapeutische Strategien umfassen neben Psychotherapie und Selbsthilfegruppen auch medikamentöse Behandlung (insbes. Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer). Im Workshop sollen nach einem Überblick über den derzeitigen Wissensstand eine Sexualanamnese (als wichtigster Teil der Diagnostik) und die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten (psychotherapeutisch und medikamentös) auch mithilfe von Fallbeispielen (Videoaufnahmen) erörtert und in Rollenspielen geübt werden. Die TeilnehmerInnen werden gebeten eigene Fallvignetten mitzubringen.

Zielgruppe: Psychiater & Psychotherapeuten

Didaktische Methode: Wechsel von Input durch den Dozenten (Powerpoint-Präsentation, Video/Tonaufnahmen), Diskussion mit TeilnehmerInnen, auch anhand eigener Fallbeispiele, und Einübung von praktischen Fähigkeiten in Rollenspielen (z. B. Sexualanamnese)

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